Prof. Reiner Feldmann ist verstorben

Prof. Reiner Feldmann bei de Feldforschung:
Prof. Reiner Feldmann bei de Feldforschung:
Foto: WP

Menden..  Trauer und Bestürzung sind riesengroß. Menden muss von einem großen Sohn der Stadt Abschied nehmen. Professor Reiner Feldmann ist am Montag im Alter von 81 Jahren verstorben.

Er war gleichermaßen ein so bodenständig ortstreuer Mann wie umtriebiger Wissenschaftler von nationalem Rang. Mehr als 300 herausragende Publikation – viele davon naturkundliche Standardwerke für die Lehre an deutschen Universitäten – hat Prof. Feldmann verfasst. Generationen von angesehenen Naturkundlern sprachen hochachtungsvoll vom „Papst der Botanik“. Gleichwohl verfügte er über die Gabe, komplizierte Zusammenhänge überaus verständlich darzustellen. Viele Mendener WP-Leser freuten sich über Prof. Feldmanns regelmäßige Gastbeiträge für den Lokalteil.

Weiter Horizont

Ob Museumsverein, katholische Kirche oder Rotarier: Sie alle trauern um einen herausragenden Menschen mit einem in vielerlei Hinsicht außergewöhnlichen Lebensweg. Reiner Feldmann fühlte sich zum Lehrerberuf hingezogen. Allein seine Studienfächer zeigen, wie weitläufig interessiert der gebürtige Bösperder war: Germanistik, Geographie, Pädagogik. Zoologie und Botanik gehörten zum Fächerkanon. Im Jahr 1958 machte er das erste Staatsexamen, 1962 folgte die Promotion. Als Lehrer kehrte er sogar an seine ehemalige Schule zurück, die ihm so viel bedeutete.

Es schien eigentlich stets undenkbar, dass Reiner Feldmann einmal das Walram-Gymnasium verlassen würde. Doch im Jahr 1970 kam es zu einer außergewöhnliche Wende: Dem Ruf, fortan als Regierungsschuldirektor der Bezirksregierung Arnsberg wirken zu dürfen, verschloss er sich dann doch nicht. Ausbedungen hatte er sich jedoch: „Ich bleibe auf jeden Fall weiterhin in Bösperde wohnen.“ So blieb dann das Elternhaus an der Pfarrer-Wiggen-Straße für das gesamte weitere Leben der Wohnort.

Bereits in den 1970er Jahren folgten verschiedene Lehraufträge an Hochschulen, und im Jahr 1991 wurde Reiner Feldmann zum Professor an der Universität Wuppertal ernannt.

Hätte es zu den Feierlichkeiten des 100-jährigen Bestehen des Walram-Gymnasiums im Februar 2012 einen berufeneren Festredner geben können als den ehemaligen Schüler, Lehrer und Studiendirektor Reiner Feldmann? Er selbst hätte – bescheiden – ja am liebsten andere Persönlichkeiten benannt; die große Schulgemeinde jedoch fühlte sich außerordentlich geehrt, dass der Ehemalige die Einladung annahm.

Engagierter Christ

Es war ein Berufsleben für die Forschung, die Wissenschaft, den Unterricht. Viele Mendener berichteten und berichten mit Hochachtung von ihren Begegnungen mit Reiner Feldmann.

Als Christ, der sich über Jahrzehnte hinweg mit seiner Frau Irmgard – Mutter der Suppenküche Menden – nicht nur in St. Maria Magdalena Bösperde engagierte, schöpfte Reiner Feldman auch im Zeichen seiner so schweren Erkrankung Hoffnung. Doch in den zurückliegenden Wochen hatten ihn seine Kräfte immer mehr verlassen. Prof. Reiner Feldmann wird am Freitag in Bösperde beerdigt.

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