Pfadfinder-Stamm erst gesperrt, jetzt folgt die Auflösung

Das Archivbild zeigt die Pfadfinder St. Walburgis bei einem Pfarrfest der Gemeinde. Nun muss sich die Gruppe auflösen.
Das Archivbild zeigt die Pfadfinder St. Walburgis bei einem Pfarrfest der Gemeinde. Nun muss sich die Gruppe auflösen.
Foto: WP

Menden..  Der einzige Pfadfinder-Stamm, den es in den vergangenen Jahren in Menden gegeben hat, löst sich am Wochenende auf. Dem vorausgegangen sind finanzielle Probleme. Zum Aus der St.-Walburgis-Pfadfinder kommt es auch, weil zu wenige Erwachsene bereit waren, ehrenamtlich mitzuarbeiten.

Noch in der vergangenen Woche zogen zwei Gruppen von Pfadfindern in Mendener Straßen von Haus zu Haus und spielten das so genannte „Kartoffelspiel“. Dabei soll eigentlich eine Kartoffel – in diesem Fall nahmen die Kinder einen Apfel – an den Haustüren gegen einen anderen Gegenstand getauscht werden. „Wir wollen damit zum einen den Kindern zeigen, wie es früher war, als die Menschen wenig hatten und Gegenstände getauscht haben. Und zum anderen lernen die Kinder dadurch, auf andere Menschen zuzugehen, die sie vorher nicht kennen“, berichtet Yessica Wiemann, Leiterin der Jungpfadfinder.

Viel positive Resonanz

Die Kinder stießen auf viel positive Resonanz. Doch das Spiel wird sich wohl nicht wiederholen. Denn offiziell gibt es die Pfadfinder schon seit dem vergangenen Herbst nicht mehr. Die Homepage ist bereits abgeschaltet, die Facebook-Seite wird nicht mehr aktualisiert. Im Herbst sei der Stamm St. Walburgis Menden von der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) – dem größten Pfadfinderverband in Deutschland – gesperrt worden, erklärt Yessica Wiemann. Hintergrund sei, so berichtet sie, dass jemand aus dem einstigen Mendener Vorstand vor etwa eineinhalb Jahren „uns ziemlich viele Schulden eingebracht hat“. Der Mann habe Material angeschafft, „das wir nicht bezahlen konnten“, darunter Zeltplanen für die Jurte. Es gebe Schulden in vierstelliger Höhe.

Die Walburgis-Pfadfinder machten nach der Sperrung im Herbst unter dem Dach der katholischen Kirchengemeinde mit ihrer Arbeit weiter, erzählt Yessica Wiemann. Doch mittlerweile gebe es nur noch drei Leiter – zu wenig für die Arbeit mit den rund 30 Kindern und Jugendlichen. Bei verschiedenen Großveranstaltungen in Menden haben die Pfadfinder unermüdlich um neue Leiter geworben – vergeblich.

Abschiedsfest im Walburgisstift

Am Samstag löst sich die Gruppe in jedem Fall auf. Leiter, Pfadfinder-Kinder und deren Eltern feiern ein großes Abschiedsfest im Walburgis­stift. „Wir wollen einen sauberen Schlussstrich ziehen“, sagt Yessica Wiemann. Deshalb versuchen die Pfadfinder auch, „Material, das wir noch haben, zu veräußern, um zumindest einen Teil der Schulden zu begleichen“.

Die Kinder sind traurig, dass die Pfadfinder in Menden wohl bald Geschichte sind. Einzige Möglichkeit: Wenn sich doch noch ausreichend Ehrenamtliche finden, die sich für die Pfadfinder-Arbeit engagieren möchten und Freude am Umgang mit Kindern haben, könnte ein neuer Pfadfinder-Stamm gegründet werden. Infos: Yessica Wiemann, 0157-34656507.

 
 

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