Paul Gantenbrink seit Generationen Vorbild

Paul Gantenbrink (76) ist ein DRK-Urgestein: Seit 57 Jahren ist er Mitglied im Ortsverein Menden, der in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen feiert.
Paul Gantenbrink (76) ist ein DRK-Urgestein: Seit 57 Jahren ist er Mitglied im Ortsverein Menden, der in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen feiert.
Foto: WP

Menden..  Sorgfältig hat Paul Gantenbrink in den vergangenen Jahrzehnten Zeitungsberichte und Unterlagen gesammelt und aufbewahrt. Der 76-Jährige ist das Gedächtnis des Roten Kreuzes in Menden. Der Ortsverein feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Mehr als die Hälfte dieser Zeit, genau 57 Jahre, engagiert sich Paul Gantenbrink bereits im DRK. Anfangs als Sanitäter, später als Gruppen- und Bereitschaftsführer, und auch jetzt noch als Helfer bei der Blutspende. „Mir ist nie in den Sinn gekommen aufzuhören“, sagt der Mendener Poalbürger. Auch wenn sich im Laufe der Jahre vieles geändert habe: „Das Gemeinschaftsgefühl ist geblieben.“

Die Verbundenheit mit dem Roten Kreuz ist Paul Gantenbrink in die Wiege gelegt worden. Schon sein Vater engagierte sich für den DRK-Ortsverein, ebenso der ältere Bruder. Für den jungen Paul Gantenbrink konnte es deshalb mit einer Mitgliedschaft eigentlich nicht schnell genug gehen. Der Vater aber knüpfte daran eine Bedingung. „Erst machst Du die Gesellenprüfung, dann kannst Du eintreten“, stellte er klar. Die absolvierte der Klempner und Installateur 1957 – im September desselben Jahres erhielt er sein Dienstbuch als Mitgliedsausweis. „Menschen zu helfen, die in Not sind, das war und ist meine Motivation.“

Paul Gantenbrink hatte Glück mit seinem Arbeitgeber. Der habe viel Verständnis dafür aufgebracht, wenn sein Mitarbeiter zu Notfällen gerufen wurde – in den Mendener DRK-Anfangsjahren sogar noch per Signalhorn. Vom Sammelpunkt aus startete der Einsatz. „Früher stellten Unternehmen Wagen dafür zur Verfügung“, erinnert sich Gantenbrink. Besonders ein Einsatz ist ihm bis heute im Gedächtnis geblieben. Damals brannte das Neuwalzwerk in Bösperde, die Feuerwehr musste eine Familie mit Kleinkind aus den Flammen holen. „So etwas, das vergisst man nicht.“

Aber vor allem sind es schöne Erlebnisse, die das DRK-Urgestein mit seinem Ehrenamt verbindet. Zum Beispiel die Feier zum 50-jährigen Bestehen. Damals kickte im Hucken­ohl-Stadion eine Fußballmannschaft des WDR gegen ein Team der Mendener Prominenz zu Gunsten des Roten Kreuzes. Das Jubiläumsfest dauerte drei Tage. Sichtlich stolz ist Paul Gantenbrink darauf, dass ihm mit Geschick gelang, innerhalb kürzester Zeit für ein neues Fahrzeug das fehlende Funkgerät zu besorgen, noch dazu als Spende. Im ehemaligen DRK-Domizil am Heimkerweg machte Paul Gantenbrink vor Jahren einen Zufallsfund. Beim Aufräumen entdeckte er in Umzugskisten die Protokolle der ersten Zusammenkunft und Gründungsversammlung am 13. Oktober 1915. Inzwischen sind sie wohlverwahrt in Gantenbrinks DRK-Archiv.

Die gute Kameradschaft, darauf schwört Paul Gantenbrink bis heute: „Das waren immer schöne Stunden.“ Früher aber, sagt er, sei der Idealismus größer gewesen. Sehr viel habe sich geändert. „Aber die Grundsätze sind immer noch die Gleichen, wie vor 100 Jahren.“ Dass er bei den Blutspendeterminen des Ortsvereins hilft, ist für ihn Ehrensache. Freuen würde sich der 76-Jährige über jüngere Verstärkung. „Das wäre mein größter Wunsch.“

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