Öffentlicher Dienst streikte vor fast genau 20 Jahren

Streik öffentlicher Dienst vor 20 Jahren vor dem Alten Rathaus. Archivfoto: Martina Dinslage
Streik öffentlicher Dienst vor 20 Jahren vor dem Alten Rathaus. Archivfoto: Martina Dinslage
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Menden.. Es ist fast eine Parallelität der Ereignisse. Vor 20 Jahren standen Mendener Mitarbeiter im öffentlichen Dienst ähnlich auf der Straße wie in der vergangenen Woche. Jedoch mit ganz anderen Forderungen: 9,5 Prozent hatte die damalige Gewerkschaft ÖTV für die Tarifrunde 1992 verlangt. Und sie hatte nach einem gut zehn Tage währenden Dauerausstand im April 4,6 Prozent mehr Lohn für ihre Mitglieder erstreikt.

Christiane Meißner, heute Zukunftsbeauftragte der Stadt, hat noch viele Erinnerungen: „Das war damals vor allem jede Menge Frauen-Power der Bücherei und der Freigestellten im Personalrat. Beteiligt haben sich aber nur wenige Sympathisanten aus dem Rathaus.“

Renate Jungblut, Vorsitzende des damaligen Personalrates, und Christiane Meißner als Stellvertreterin gelang damals, was für Menden eine Premiere war: „Es war einer der wenigen Mendener Streiks, die den Verwaltungsbereich – mit der geschlossenen Bücherei sogar die Kultur – betrafen. Traditionell ist in Menden ja eher der gewerbliche Bereich an Streiks beteiligt gewesen.“ Eine Streikhochburg war Menden auch in jenem bundesweit mit harten Bandagen geführtem Streik nicht. Christian Meißner: „Wenn denn mal ein Arbeitskampf vor dem neuen Rathaus stattfand, haben die Kolleginnen und Kollegen im Rathaus den Streikenden doch eher vom Fenster aus beim Streiken zugeschaut.“

Die Verantwortlichen der ÖTV und später Verdi zogen aus den Mendener Gegebenheiten die Konsequenzen. Sie bündelten fortan die Kräfte und organisierten Kundgebungen bei Arbeitskämpfen vor allem zentral in Lüdenscheid bzw. Iserlohn.

Und so fuhr eine Mendener Delegation auch in der aktuellen Tarifauseinandersetzung am vergangenen Mittwoch nach Iserlohn.

 

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