Obst, Nüsse und Beeren mit Hilfe von "Mundraub" finden

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Naschen für lau. Die Internetseite "Mundraub" liefert mit einer interaktiven Weltkarte auch für Menden entlegene Plätze, an denen saftiges Obst, leckere Nüsse, Kräuter oder Beeren wachsen. Ein Spaziergang durch die Wälder zwischen Schwitten und Lahrfeld.

Menden.. Zwischen den Bäumen wogt im Wind ein grünes Meer aus wildem Waldmeister. Ein Stück weiter überwuchern Hunderte von Brombeerranken mit dicken, saftigen Früchten einen Hügel. Ab und zu präsentiert ein Holunderbäumchen seine blauschwarzen Beeren. So sieht ein Spaziergang durch die Wälder zwischen Schwitten und Lahrfeld aus.

Fundorte online melden

Wer aber nicht oft an solch entlegene Orte kommt und trotzdem wissen möchte, wo er heimische Früchte finden und pflücken kann, findet Informationen auf der Internetseite „Mundraub“. Dort gibt es eine interaktive Weltkarte – die Mundraub-Map. Auf dieser Karte können Menschen aus aller Welt eingetragen, wo sie verschiedenste Obst- und Nussbäume, Kräuter oder Beerensträucher gefunden haben. Das gilt auch für Menden: Wer die Mundraub-Map auf das Gebiet vergrößert, findet Einträge zu Äpfeln, Holunderbeeren, Mirabellen, Waldmeister und Brombeeren.

Damit Mundräuber sich nicht an jedem beliebigen Baum satt essen, haben die Betreiber der Seite ein paar einfache, aber notwendige Regeln aufgestellt.

Pflanzen auf öffentlichem Grund

So müssen die Pflanzen unbedingt auf öffentlichem Grund stehen, es sei denn, der Grundeigentümer selbst hat die Früchte für die Öffentlichkeit freigegeben. Was in den Gesetzen früher Mundraub hieß, ist seit 1975 mit jedem anderen Diebstahl gleichgestellt. Es ist jedoch erlaubt, wildwachsende Pflanzen in geringer Menge und ausschließlich für den eigenen Bedarf zu ernten. Wichtig ist also, sich vorab zu informieren, um niemandem zu schaden.

Mutter Natur mit Respekt zu behandeln, ist eine weitere Regel. Bricht beim Pflücken ein Ast ab, kann das gravierende Folgen haben. Holzzersetzende Pilze und für den Baum schädliche Bakterien können – ähnlich wie bei einer Wunde in der Haut – eindringen und zu Krankheiten führen. Das kann die Lebensdauer der Bäume deutlich verkürzen.

Heimische Früchte bekannt machen

Außerdem rufen die Männer und Frauen des Mundraubprojekts alle Nascher dazu auf, beim Nachpflanzen und der Pflege von Obstbäumen zu helfen. So werde es auch in Zukunft Früchte geben, die jedem zugänglich sind.

Überhaupt spielt der Umweltschutz für die Mundraub-Macher eine große Rolle: Weil die Supermärkte das meiste Obst billig aus anderen Ländern in Südeuropa und Afrika importierten, führe das zu einem hohen Kohlenstoffdioxidausstoß und schädige die dortige Landschaft. Damit wieder ein Bewusstsein für heimische Früchte entsteht, haben Kai Gildhorn und sein Team von Terra Concordia im Jahr 2005 die Internetseite www.mundraub.org gegründet.

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