Neuer Radweg bleibt in Menden dunkel

Der Hemeraner Bürgermeister Michael Esken (CDU, rechts) gibt den Startschuss für den Bau des umstrittenen Radwegs zwischen Menden und Hemer am 21. Mai 2014 am Busbahnhof in Hemer.
Der Hemeraner Bürgermeister Michael Esken (CDU, rechts) gibt den Startschuss für den Bau des umstrittenen Radwegs zwischen Menden und Hemer am 21. Mai 2014 am Busbahnhof in Hemer.
Foto: WP
Pünktlich vor der Kommunalwahl hat der Hemeraner Bürgermeister Michael Esken (CDU) den Startschuss für den Bau des Radweges auf der Trasse der Oesetalbahn gegeben. Schon in vier Monaten sollen erste Radler über den Asphalt rollen. Auf Mendener Seite entsteht nur eine Sparversion.

Menden..  Es gibt Radler aus der Flasche – alkoholfrei versteht sich. Der Hemeraner Bürgermeister Michael Esken (CDU) verteilt fürs Gruppenfoto Schilder mit Fahrradsymbolen. Im Hintergrund hebt ein Bagger symbolisch eine Schaufel Sand an. Unsere Nachbarstadt gibt den Startschuss für den Bau des Radwegs auf der Oesetalbahn-Trasse zwischen Hemer und Menden. Schon in vier Monaten sollen die ersten Radler über den Asphalt rollen.

Die Hemeraner Stadtverwaltung und der Landesbetrieb Straßen haben das Projekt quasi im Eilzugtempo nach vorne getrieben. „Manchmal muss man zügig planen“, sagt Esken. „Weiß Gott, welche Nachbarstädte noch irgendwelche Anträge stellen.“ Gemeint ist die Kritik aus Menden. Vor allem die Mendener Grünen hatten sich zuletzt vehement dafür ausgesprochen, mit dem Radwegebau zu warten, bis eine Potenzialanalyse für die Reaktivierung der Bahnstrecke vorliegt. Zur Erinnerung: Sollte es ausreichend Bedarf geben, könnte die Bahn die Trasse wieder für Schienenverkehr in Anspruch nehmen. Die komplette Trasse gehört der Stadt Hemer.

5,7 Kilometer Radweg-Strecke

Bis die Studie vorliege, werde es noch dauern, sagt Esken: „Wir schreiben ganz locker 2015.“ Er betont, dass der Radweg auch aus seiner Sicht keine endgültige Lösung sei. „Man muss den nachfolgenden Generationen die Entscheidung überlassen.“ Für den Landesbetrieb Straßen, der den 5,7 Kilometer langen Radweg mit (vorerst) 1,1 Millionen Euro finanziert, sei es wichtig, „dass die Trasse gesichert ist“, sagt Landesbetriebs-Mitarbeiter Klaus Gillmann. Durch diese Lösung werde verhindert, dass einzelne Grundstücke verkauft werden und die Trasse zerstückelt wird.

Esken verteidigt den Hemeraner Kampf um den Radweg. „Wir haben kein Interesse daran, mit der Bahn schnell nach Dortmund zu kommen.“ Auf der anderen Seite sei es aber für Hemer wichtig, den Ruhrtalradweg mit dem Sauerlandpark zu verbinden. „Außerdem hatte Menden selbst die Chance, den Prozess zu beeinflussen“, sagt Esken. Ein Ankauf der bis vor wenigen Wochen noch in Teilen funktionstüchtigen Bahntrasse kam für Menden bekanntlich aus finanziellen Gründen nicht in Frage.

Hemer selbst legt jetzt sogar noch 220 000 Euro drauf. Beim Bau kommt ein Leerrohr unter die Trasse. Darin soll ein Kabel für schnelles Internet verlegt werden – nach aktuellem Stand aber nur für die Hemeraner Gewerbebetriebe. In Hemer sollen Leuchten die Trasse erhellen, in Menden nicht. „Die müssen sie dann selbst bezahlen“, sagt Esken.

Warum der Baubeginn vier Tage vor der Kommunalwahl? „Ich bedanke mich bei Ingrid Ketzscher für die Verzögerungen.“ Ohne die Mendener Grünen-Sprecherin hätte der Radweg – laut Esken – schon im Vorjahr gebaut werden können.

 
 

EURE FAVORITEN