Neuer Chef-Autor von Sturm der Liebe kommt aus Menden

Das Traumpaar „Sturm der Liebe“: Jeannine Michèle Wacker als Clara Morgenstern und Max Alberti als Adrian Lechner vor dem Fünf-Sterne-Hotel Fürstenhof.
Das Traumpaar „Sturm der Liebe“: Jeannine Michèle Wacker als Clara Morgenstern und Max Alberti als Adrian Lechner vor dem Fünf-Sterne-Hotel Fürstenhof.
Foto: ARD/Ralf Wilschewski/Marco Meenen (HG)/Montage
  • Björn Firnrohr schreibt die Geschichten für die ARD-Serie „Sturm der Liebe“
  • Superhelden-Fan ging 1998 nach München
  • Autor lädt Mendener zu Fan-Tagen rund um die Serie ein

München/Menden.. „Sturm der Liebe“ ist eine der erfolgreichsten ARD-Serien (montags bis freitags, 15.10 Uhr). Dahinter steckt ein kluger Kopf: Björn Firnrohr. Seit Kurzem ist der gebürtige Mendener Chef-Autor der Serie. Jürgen Overkott sprach mit ihm.

Sie leben schon lange in München. Wann haben Sie Menden verlassen?

Björn Firnrohr: Das war 1998...

...und Sie wussten von vornherein, dass Sie Drehbuch-Autor werden wollen.

Firnrohr: Das war mein Ziel von Anfang an. Ich hatte ein Jahr zuvor schon ein Storyline-Praktikum bei der TV-Serie „Unter Uns“ absolviert. Danach war mir klar, dass mich mein Weg in diese Richtung führen würde. Ich habe dann 1998 mit dem Studium angefangen, es aber schließlich wieder aufgegeben, weil ich nebenher die Möglichkeit hatte, in den Beruf einzusteigen.

Was hat Ihr Interesse an TV-Themen geweckt?

Firnrohr: Ich habe immer schon gern gelesen, geschrieben ferngesehen. Außerdem hat mich fiktionales Erzählen schon immer gereizt.

Wer waren die Helden Ihrer Kindheit?

Firnrohr: Das waren „He-Man“ und die „Masters Of The Universe“.

Okay, ein Superheld. Da hätte ich Sie sehr im Autoren-Team von „Batman“ vermutet. Aber Sie sind ins Romantik-Fach gewechselt.

Firnrohr: Mich hat an täglichen Serien das Cliffhanger-Prinzip interessiert. Dass eine Geschichte über einen längeren Zeitraum entwickelt und dabei zugleich die Spannung hochgehalten wird. Der Zuschauer soll jeden Tag aufs Neue emotional in die Geschichte involviert werden.

Eigentlich hätte ich das Gespräch mit einem Glückwunsch beginnen müssen: Sie sind ja jetzt Chef-Autor von „Sturm der Liebe“. Was ändert sich für Sie?

Firnrohr: Als Outliner und Drehbuchautor bin ich schon seit 2009 für „Sturm der Liebe“ tätig, die Serie ist also so etwas wie mein Zuhause. In Zukunft trage ich mehr Verantwortung, koordiniere unsere Dramaturgie-Abteilung und muss vor allem eine eigene Vision für die Serie entwickeln.

Wie entstehen die Geschichten von „Sturm der Liebe“?

Firnrohr: Ein fester Stamm an Autoren entwickelt in einem ersten Schritt den großen Erzählbogen der nächsten Staffel. In kleineren Teams wird der Plot anschließend Woche für Woche weiterentwickelt. Auf Basis der daraus entstehenden Outlines verfassen unsere Dialogautoren dann die Drehbücher. Diese werden natürlich auf ihre Verfilmbarkeit überprüft, bevor sie an das Produktionsteam und die Schauspieler gehen.

Die Drehbuch-Entwicklung für eine Daily kommt mir vor wie ein fiktionales Hamsterrad. Wie lange haben Sie gebraucht, um darin laufen zu können?

Firnrohr: Man braucht eine gewisse Zeit, um sich in das System einer Serie einzufinden – damit hatte ich aber eigentlich nie Probleme. Zunächst muss man wissen, für wen man eine Serie konzipiert: Die meisten täglichen Formate richten sich an ein jüngeres Publikum, daher stehen dort beispielsweise mehr Coming-of-Age-Themen im Vordergrund. Bei „Sturm der Liebe“ sollen Zuschauer jeder Altersgruppe mitfiebern und mitträumen können.

Als Chefautor müssen Sie für „Sturm der Liebe“ künftig ihre eigenen Visionen entwickeln. Wo soll es hingehen mit der Serie?

Firnrohr: Wir konzentrieren uns weiterhin auf unser Staffel-Hauptpaar – und darauf, ein Hindernis zu finden, dass das Liebesglück dieses jungen Paares auf eine harte Probe stellt. Wir behandeln universelle Themen wie Liebe, Freundschaft, Vertrauen – dabei ist es wichtig, immer die richtige Balance zwischen Spannung und Humor, zwischen Eskapismus und Realismus zu finden.

Was macht den Erfolg von „Sturm der Liebe“ über den langen Zeitraum von mittlerweile elf Jahren Ihrer Meinung nach aus?

Firnrohr: Wir haben mit den Liebes- und Intrigengeschichten rund um das Fünf-Sterne-Hotel „Fürstenhof“ eine Welt geschaffen, die Zuschauer in ganz Europa attraktiv finden. Die bayerische Voralpenlandschaft bietet zudem die perfekte Kulisse für unsere Serie. Meine Kollegen und ich haben uns einmal unter die Besucher eines Fan-Tages gemischt – quasi inkognito, denn natürlich sind wir nicht annähernd so prominent wie unsere Schauspieler. Zu sehen, dass so viele Menschen die Figuren lieben, die wir uns ausgedacht haben, das war schon ein tolles Gefühl. Ich würde mich freuen, auch einmal den ein oder anderen Mendener bei einem solchen Fan-Tag zu treffen. Vielleicht finden wir ja gemeinsam eine Idee, wie wir mal einen Handlungsstrang an die Hönne verlegen könnten … (lacht)

 
 

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