Nach Wahlniederlage will Exler zurück in den Polizeidienst

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Nach nur zwei Jahren als Abgeordneter hat der „Röttgen-Effekt“ Wolfgang Exler wieder aus dem Düsseldorfer Landtag herauskatapultiert. Im Sog der CDU-Niederlage verlor der CDU-Abgeordnete aus Hüingsen bei der vorgezogenen Landtagswahl sein Direktmandat hauchdünn an die SPD-Kandidatin Inge Blask aus Hemer.

Menden.. Nach nur zwei Jahren als Abgeordneter hat der „Röttgen-Effekt“ Wolfgang Exler wieder aus dem Düsseldorfer Landtag herauskatapultiert. Im Sog der CDU-Niederlage verlor der CDU-Abgeordnete aus Hüingsen gestern Abend bei der vorgezogenen Landtagswahl sein Direktmandat hauchdünn an die SPD-Kandidatin Inge Blask aus Hemer. 281 Stimmen betrug am Ende ihr Vorsprung. Wolfgang Exler kündigte bereits am Abend an, wieder in den Polizeidienst zurückzukehren.

Im Haus Recke verfolgte Wolfgang Exler (CDU) am Abend im Kreise seiner Familie die Hochrechnungen. Im Wahlkreis Märkischer Kreis 2 lief es auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Exler und Inge Blask hinaus. Kurz nach 20 Uhr war Exler bis auf 90 Stimmen an die SPD-Kandidatin herangekommen. Als Inge Blask weiter vorne blieb, gestand Exler seine Niederlage ein. „Papa ist jetzt wieder Polizist“, sagte er zu seinem Sohn.

Die Ursache für die Niederlage sah Exler im „Röttgen-Effekt“. „Dass der so deutlich ausfällt, hat keiner vorausgesehen“, sagte Exler zur WP. Er selber habe sich nichts vorzuwerfen, sein Wahlkampf sei gut gewesen. In Menden schnitt Exler besser ab als seine Partei (Direktstimmen 40,97 Prozent, Zweitstimmen CDU 31,92 Prozent). „Ich werde auch weiter politisch aktiv sein“, kündigte der 47-Jährige an.

Inge Blask (SPD) feierte ihren Sieg in Hemer

Inge Blask (SPD) feierte ihren Sieg in einem Hemeraner Restaurant. Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag gratulierte der frischgebackenen Landtagsabgeordneten dort. „Wahnsinn“, kommentierte Inge Blask den Ausgang des Wahlkrimis. „Die Prognosen hatten vorausgesagt, dass der Wahlkreis umkämpft sein würde, aber dass es so knapp wird, hätte ich nicht gedacht.“ Sie fühle sich super.

Drittstärkste Kraft im Wahlkreis wurde die Piratenpartei. „Supergeil“, kommentierte Direktkandidat Marc Schieferdecker (Piraten) das Ergebnis, „wir werden jetzt in die Kommunalpolitik einsteigen“.

Dass die Grünen bei den Zweitstimmen von den Piraten überholt wurden, konnte Peter Köhler (Grüne) die gute Stimmung nicht verderben: „Wir haben im Land einen klaren Regierungsauftrag für Rot-Grün, das ist super“, freute er sich. Zudem behaupteten die Grünen in Menden selbst die dritte Position.

Sebastian Kraatz (FDP) und Thomas Thiesmann von der Linkspartei, die sowohl in Menden als auch im Wahlkreis einbrach, konnten am Abend nicht für Stellungnahmen erreicht werden.

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