Mit Flutschutz zu Joachim Gauck

Menden..  Was 15 Mendener und ihr Chef an kreativen Ideen produzieren können, führte die ,„Optimal“ Planen- und Umwelttechnik in der Horlecke am Mittwoch gut 60 staunenden Unternehmern aus dem Initiativkreis Mendener Wirtschaft (IMW) vor Augen: „Wir haben gerade den Nordwest-Award erhalten, weil wir in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Bremen ein umweltschonendes Flutschutz-System entwickelt haben“, berichtete Geschäftsführer Armin Krebs.

Dabei ging es darum, einen Ersatz für Sandsäcke zu finden. Auch in Menden kamen bei den beiden Fluten im Sommer 2007 reichlich Säcke zum Einsatz, und das galt doppelt und dreifach bei der Oderflut, als sie sogar aus Hubschraubern abgeworfen wurden, um brechende Deiche zu retten. Das „Optimal“-Produkt dagegen dämmt Wasser mit Wasser ein: Befüllbare Schlauchsysteme sind nicht nur rascher und ohne Menschenketten an Ort und Stelle zu verlegen, sondern machen auch später bei der Entsorgung keine Probleme.

Feuchte Praxis-Tests in der Hönne

Wenn Bundespräsident Joachim Gauck am 7. und 8. Juni zur „Woche der Umwelt“ ins Berliner Schloss Bellevue einlädt, ist „Optimal“ daher dabei: „Wir wurden als einer von bundesweit 170 Partnern ausgewählt, um unsere innovative Umwelttechnik zu präsentieren“, sagte Krebs. Mindestens 12 000 Besucher werden dort erwartet.

Dass der Prophet im eigenen Lande nichts gilt, kann man von „Optimal“ nicht sagen, auch wenn sie vor Ort immer wieder gerne mit dem gleichnamigen Messebau verwechselt werden: Vor zwei Jahren kaufte die Stadt ihre Sperren zum Schutz des neuen Rathauses. Denn hydrologische Gutachten hatten ergeben, dass die Bahnhofstraße bei einem „hundertjährigen Hochwasser“ einen satten halben Meter unter Wasser stünde. Im Sommer 2007 hätten an einer solchen Flut wenige Zentimeter gefehlt. Nur deshalb sei die Bahnhofstraße damals trocken geblieben, so Krebs.

Getestet werden „Optimal“-Produkte wie Ölsperren, die ebenfalls auf „technischen Textilien“ (also unterschiedlich beschichteten Geweben) basieren, ebenfalls in Menden. „Wir haben bisher in der Hönne am Abtissenkamp die Praxis-Erprobungen in schnellen Fließgewässern durchgeführt“, schilderte Armin Krebs. Allerdings werde man wegen des Biotopschutzes in die Höhe des Bringhofs wechseln. Dann dürfte es allerdings weitaus mehr Beobachter dieser spektakulären Tests geben. Krebs dankte Bürgermeister Martin Wächter für die Unterstützung durch die Stadt.

Sicherheitstechnik macht bei der Optimal GmbH, die dank der Vernetzung in ihrer Branche auch komplette Fahrzeuge für den Brand- und Katastrophenschutz liefern kann, indes nur 40 Prozent des Volumens aus. Noch stärker ist der Bereich der Industrieprodukte. Hier kommen technische Textilien als Schutzplanen gegen Staub, Kälte oder Lärm zum Einsatz, oder als Belag auf Bändern für besonders empfindliches Transportgut. Eine weitere Sparte der Horlecker sind hochwertige Sonnenschutzsegel.

EU-Jugendparlament bald beim IMW

IMW-Beiratsvorsitzender Rüdiger Scholz zeigte sich angetan von Präsentation und Führung, die in drei Gruppen in dem 600 Quadratmeter großen Ex-Bundeswehrdepot stattfand. Und er machte darauf aufmerksam, dass sich im Sommer das Europäische Jugendparlament beim Verband vorstellen will.

 
 

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