Mischung aus Abiball und Familientreffen

Beim Festabend 100 Jahre Walram-Gymnasium wurde auch live gekocht.
Beim Festabend 100 Jahre Walram-Gymnasium wurde auch live gekocht.
Foto: WP

Menden..  Es war eine Mischung aus Familientreffen und Abiball, und es war vor allem der Beweis für die Verbundenheit zur alten Schule: „Einmal Walram, immer Walram“, so hätte der festliche Abend anlässlich des 100. Geburtstags von Mendens Gymnasium am Pfingstsamstag überschrieben sein können. 330 Ehemalige der Penne waren aus ganz Deutschland auf die Wilhelmshöhe gekommen, um das Jubiläum ihrer Schule gebührend zu feiern.

Die Resonanz war schon im Vorfeld überwältigend. Ratzfatz waren die Karten für die Veranstaltung ausverkauft – und die, die eines der Tickets ergattert hatten, erlebten einen Abend voller festlicher Höhepunkte. All dies passierte aber nicht ohne den nötigen Raum, in ungezwungener Atmosphäre an all die Momente zu erinnern, die die Laufbahn eines jeden Besuchers auf dem Walram geprägt hat.

Wie es sich für ein solches Jubiläum gehört, war Mendens gute Stube zu einer Art Ballsaal geworden. Die Gäste hatten den Sonntagsanzug und das kleine Schwarze aus dem Schrank geholt. „Ich wollte erst meinen Abiball-Anzug anziehen“, scherzte einer – „doch irgendwie ist der eingelaufen“. An fein eingedeckten Tischen kamen die Besucher rasch ins Gespräch: „Weißt Du noch?“ oder „Kennst Du noch?“ waren da oft gehörte Satzbestandteile.

Dass die Besucher des festlichen Abends aus vielen Teilen Deutschlands kamen, freute die Organisatoren immens. Es zeige, dass all die Ehemaligen immer noch gern an ihre alte Schule denken und gerade auch solche Jubiläen zum Anlass nehmen, noch mal vorbeizuschauen, lautete die Zusammenfassung der Verantwortlichen des Abends.

Der hatte bei allen festlichen Rahmenbedingungen auch etliche kurzweilige Momente zu bieten. Verantwortlich dafür war das kleine, aber feine Programm. Dass allein das Büfett zu einem solchen Programmpunkt wurde, dafür sorgte Fernsehkoch Olaf Baumeister. Er hatte mit seinem Team vom Restaurant See-garten an der Sorpe eine Art Entertainment-Küche auf der Wilhelmshöhe aufgebaut. Dass die Besucher dabei gern mal die Töpfe gucken konnten, war gewollt – und kam obendrein glänzend an.

Apropos glänzend: Geglänzt hat der festliche Abend der Walram-Ehemaligen auch mit toller Musik – und auch die war hausgemacht. Auf der Bühne standen ehemalige Schüler des Walram, die sich in Menden und Umgebung durchaus einen Namen gemacht haben. Das „Swing Wheel Ltd.“-Sextett um „Keff“ Kersting, Dr. Hubert Luig oder dem Ex-Beigeordneten Werner Velte steht für feinen Jazz im klassischen Gewand. Die Gruppe ist in diesen Genre Mendens Aushängeschild.

Mögliche Nachfolger der alten Hasen könnte die „Rotten Roll Company“ werden. Auch sie machte ihre ersten musikalischen Gehversuche in Menden und spielt heute Musik aus den Fünfzigern – all das im passend Outfit. Beide Gruppen bekamen am Pfingstsamstag mächtig viel Applaus und teils stehende Ovationen.

Nicht minder laut war der Beifall der Publikums, als Lichtkünstler Lemmi auf die Bühne kam. „Der Lemmi“, alias Dirk Schäfer, ist selbstredend auch ein Walram-Ehemaliger, der mit Kunst und Können wahre Licht- und Farbillusionen in die Dunkelheit zaubert. Knallbunte Lichtkränze, neonleuchtende Jonglagebälle und viele andere Requisiten bildeten auf der Bühne eine Art Komposition, die mittels Farben die große Welt zwischen Schwarz und Weiß aufzeigte.

Dass zum festlichen Abend am Pfingstsamstag so viele Ehemalige nach Menden gekommen waren, merkte das Walram indes auch tags darauf. Beim traditionsreichen Treffen vieler Ehemaliger auf dem Schulhof der alten Penne kamen die Besucher in diesem Jahr noch zahlreicher als zuletzt. Es hatte was von einer Art Vatertagsausflug, als vor allem viele ehemalige Schüler ein sonniges Plätzchen auf dem Schulhof fanden, um bei dem ein oder anderen Bier das Jubiläum ein wenig weiterzufeiern.

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