Mendener Schüler knipst Fotos in 2800 Metern Höhe

Marc Friedrich
Unter dieser Wolkendecke liegt Lendringsen.
Unter dieser Wolkendecke liegt Lendringsen.
Foto: Privat
Zwei Stunden lang ist der Mendener Schüler Noah Saß im Segelflieger über Menden unterwegs. Ein Wetterphänomen hilft ihm die Höhe zu erreichen.

Menden.  Ein seltenes Ereignis sorgte am Tag vor Silvester dafür, dass Segelflieger Noah Saß als Mitglied der Luftsportgruppe Menden diese Bilder schießen konnte: In der enormen Höhe von 2800 Metern fotografierte der 16-jährige Schüler nach eigenen Angaben die Wolken über Lendringsen – von oben.

Der Segelflug in so großer Höhe sei nur möglich gewesen, weil an diesem Tag das seltene Wetterphänomen „Welle“ auftrat. Dabei werde starker Südwind von den Gipfeln des Balver Waldes nach oben abgelenkt und sorge damit für steigende Luftmassen in großer Höhe, erklärt Noah Saß: „Für den Wellensegelflug bauten wir noch einmal zwei Flugzeuge auf, obwohl die eigentliche Saison schon zu Ende ist.“ Die Arbeit hat sich sichtlich gelohnt.

Viel höher hätte Noah Saß auch gar nicht fliegen dürften: „Ab einer Höhe von 3000 Metern darf nur noch nach Instrumentenflugregeln geflogen werden“, informiert Jens Linnenbürger, der Vorsitzende der Luftsportgruppe Menden.

Einstieg gepackt

Zu zweit – also jeder in einem Segelflugzeug – waren Segelflieger unterwegs. Insgesamt zwei Stunden war der 16-Jährige völlig losgelöst von der Erde. Erst wurden die beiden von einem Motorflugzeug zu dieser „Luftrampe“, wie Noah Saß sagt, geschleppt.

Dann wurde es schwierig, um den richtigen Moment zu erwischen, bei dem die sogenannte „Welle“ das Flugzeug nach oben zieht. „Mein Kollege hat es nicht gepackt den Einstieg zu kriegen. Bei mir war es sehr viel Glück, dass es funktioniert hat“, erklärt Saß. Einmal über den Wolken in einer Höhe von 2800 Metern bietet sich dem Mendener Schüler ein wunderbares Panorama.

Dabei nutzt Noah Saß auch die Möglichkeit, Fotos von sich im Cockpit und von der Umgebung zu schießen. Nach dem Foto vom Sonnenuntergang, geknipst gegen 16 Uhr, muss er wieder Richtung Boden gleiten, denn die Segelflieger dürfen nur bis zum Nachtbeginn in der Luft sein: „Wenn die Sonne drei Grad unter dem Horizont steht, muss man wieder runter“, erklärt er. Das entspräche etwa einer halben Stunde nach Sonnenuntergang.

Frühester Zeitpunkt

Den Flugschein hat er übrigens seit August. Seitdem er 14 Jahre als ist, ist er Mitglied in der Luftsportgruppe Menden. Sein Hobby würde der Schüler auch gerne zum Beruf machen: „Ich habe den Traum Pilot zu werden. Und das Segelfliegen ist der früheste Zeitpunkt, um mit der Fliegerei zu starten“, erklärt Noah Saß. Wenn er es sich aussuchen dürfte, dann würde er am liebsten Langstreckenflüge mit Passagiermaschinen der Lufthansa machen.