Mendener gedenken der Opfer des Schwalbe-Projektes

Menden..  Vor genau 20 Jahren hat Bundespräsident a.D. Roman Herzog den 27. Januar zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt. In seiner Proklamation führte er aus: „Die Erinnerung darf nicht enden – sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt.“

Tradition

Es gibt bereits eine Reihe von Veranstaltungen gegen das Vergessen der Folgen von Gewaltherrschaft, die in der Mendener Bevölkerung längst zu einer eigenen Tradition mit hohem Grad an Respekt und Würde geworden sind.

Bürgermeister Volker Fleige und Heimatforscher Antonius Fricke möchten die Mendenerinnen und Mendener erstmals zu einer weiteren Gedenkfeier einladen. Sie soll einen Bogen spannen zwischen dem Hintergrund des 27. Januar im Allgemeinen und den Folgen des Projekts Schwalbe I, das unmittelbaren Einfluss auf die Stadtgeschichte Mendens genommen hat.

Das Projekt Schwalbe I war eines der größten geheimen Bauprojekte des Dritten Reiches bei der Verlagerung von Produktionsstätten unter die Erde. Die Lage der unterirdischen Stollenanlage ist östlich der Nachbarstadt Hemer im Ortsteil Deilinghofen an der Grenze zu unserem Stadtgebiet im Ortsteil Oberrödinghausen. In den letzten Kriegsmonaten erfolgte der Stollenvortrieb und Ausbau durch massiven Einsatz von 10 000 Zwangsarbeitern und Häftlingen im Schichtbetrieb.

Zahlreiche Tote aus westeuropäischen Ländern wurden auf dem Friedhof Lendringsen begraben, von denen viele nach dem Krieg in ihre Heimat überführt wurden. Das heutige Denkmal auf dem Friedhof erinnert an die zahlreichen Opfer, indem die Namen in Stein gehauen sind.

Alle Mendenerinnen und Mendener sind zu der Feierstunde für Dienstag, 27. Januar, 18 Uhr auf dem Friedhof Lendringsen eingeladen.

Das Programm

Der Programmablauf sieht wie folgt aus: Unter dem überdachten Eingang des Friedhofes begrüßt um 18 Uhr Bürgermeister Volker Fleige die Teilnehmer. Es folgt ein Wortbeitrag von Antonius Fricke über das Lager Schwalbe. Für 18.25 Uhr ist ein gemeinsamer Gang zur Gedenkstätte, eingerahmt durch Fackelträger einer Jugendgruppe von Menden United, geplant. Um 18.35 Uhr stellt Ulrike Lischka das Ehrenmal vor. 18.45 Uhr wird ein Kranz durch den Bürgermeister niedergelegt, und es folgt das Schlusswort. Die Veranstalter hoffen, dass zahlreiche Mendenerinnen und Mendener durch ihre Teilnahme „der Gedenkstunde den vollendeten Rahmen verleihen“.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel