Menden-Gutschein treibt Umsätze hoch

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Menden.. Der Menden-Gutschein sorgt dafür, dass im Weihnachtsgeschäft jede Menge Kaufkraft vor Ort geblieben ist. Allein im Dezember waren etwa 2500 Gutscheine im Wert von 50 000 Euro verkauft worden. Heimische Händler stimmte nicht nur das froh. Sie sind größtenteils zufrieden mit ihren Umsätzen.

Unterhaltungselektronik ist seit jeher einer der Motoren des Weihnachtsgeschäfts. Größere heimische Anbieter wie Neuhaus, Preuss, Waschke und Brumberg zeigten sich durchweg zufrieden. Die Nachfrage nach 3-D-Fernsehern, Großbildschirmen, aber auch Komplettanlagen im Hochpreisbereich sorgten in allen befragten Häusern für „bessere“ und sogar „sehr viel bessere Umsätze“ als in den Vorjahren.

Auch Katrin Hunold, Inhaberin von Leder Hunold, zeigte sich zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft: „Es war ähnlich gut wie im Vorjahr.“ Stark nachgefragt waren besonders Portemonnaies und Aktentaschen. Die Geschäftsfrau hat verstärkt den Trend beobachtet, mit dem Beschenkten zusammen einzukaufen oder bewusst einen bestimmten Artikel zu kaufen: „Das Umtauschgeschäft ist dadurch geringer geworden.“

Konkurrenz stark spürbar

„Ganz o.k., wie erwartet durchwachsen“ verlief das Weihnachtsgeschäft bei Kissings Papeterie & Buchhandlung. Nachgefragt wurden vor allem hochwertige Schreibtischaccessoires wie Brieföffner und Briefbeschwerer. Stark rückläufig hingegen sei der Verkauf von Büchern. „Das war in früheren Jahren der Hauptrenner in den letzten zwei Tagen vor Weihnachten“, erläutert Geschäftsführer Frank Eickhoff. Die Konkurrenz durch Online-Buchhändler sei ganz deutlich zu spüren gewesen.

Online-Konkurrenz ist auch in der Buchhandlung Daub spürbar. „Ich bin mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden. Es bewegt sich im Rahmen der Vorjahre“, so Inhaber Andreas Wallentin.“ Stark gestiegen seien die Umsätze bei Karten für Veranstaltungen.

Bei Kaufland sei das Weihnachtsgeschäft „entsprechend unseren Erwartungen“ verlaufen. Gekauft worden sei „insbesondere Großgeflügel, Feinkostartikel, exotische Früchte, Süßwaren, Spielwaren, Elektrogeräte und DVDs“.

Bei Real hat sich das Weihnachtsgeschäft am 23. und 24. Dezember abgespielt, erklärt Geschäftsleiter Robert Senica: „Vor allem Heiligabend haben wir uns im Vergleich zum Vorjahr gesteigert.“ Ladenhüter waren Winter-Textilien. Gefragt waren Medien aller Art. Insgesamt sei das Weihnachtsgeschäft eher durchschnittlich gewesen. Die Konkurrenz durch Online-Händler sei zunehmend spürbar.

Was wird mit Spielzeug?

Dieter Bärwind vom Spielwarengeschäft Bärwind in Lendringsen hat die genauen Zahlen seines Weihnachtsgeschäftes noch nicht vorliegen, vermutet aber, „dass es – wie überall – langsam etwas weniger wird“.

Bernd Jost vom Spielzeug- und Musikgeschäft in der Mendener Hochstraße erlebt das Vorweihnachtsgeschäft ähnlich. Das Internet schade dem Umsatz mit Spielzeugen. Jost bemängelt auch eine schlechte Erreichbarkeit Mendens. Abgerechnet werde aber am 31. Dezember, „diese Woche ist noch eine ganz starke Woche“.

Trotz spürbarer Internet-Konkurrenz zeigte sich Horst Reinartz vom CD-Fachgeschäft „Die Rille“ zufrieden: „Ich habe etwa die Umsätze der Vorjahre erreicht.“ In diesem Jahr habe es bei ihm nicht mehr ganz so viele Einkäufe in letzter Minute gegeben.

In der Bekleidungsbranche spüren die Händler die Konkurrenz der Internetkaufhäuser weniger. Die Kunden möchten die Ware anprobieren und anfassen, ehe sie kaufen. Im Kress-Modemarkt in Lendringsen spricht die Filialleitung deshalb von zufriedenstellenden Geschäften, die sich aber nicht so stark auf die letzen Tage vor Weihnachten konzentrieren – Kleidung werde selten „auf den letzten Drücker“ gekauft. In der Woche bis Neujahr erwartet man nun die Kunden, die Gutscheine einlösen wollen. „Erheblichen Betrieb“ prognostiziert auch Peter Bruland für die Mendener Filiale des Modehauses Grüter & Schimpf, denn im Weihnachtsgeschäft würden „Gutscheine immer wichtiger“.

Wertige Ware gefragt

Frank Oberkampf berichtet, dass Uhren und Schmuck im neuen Geschäftslokal Schröder 1734 an der Hauptstraße gut nachgefragt worden sind: „Das hat sicher auch am Umbau und Umzug gelegen.“

Entspannt sehen die heimischen Fahrradhändler die Weihnachtszeit. Zweiräder seien keine klassischen Weihnachtsgeschenke mehr wie noch vor 30 Jahren, erklärt Guido Dünnebacke. Allenfalls Kinderfahrräder stünden noch unter dem Weihnachtsbaum. Deshalb sind die Monate November und Dezember für den Jahresumsatz nicht mehr so wichtig wie für andere Branchen. Trotzdem war Dünnebackes Weihnachtsgeschäft besser als das im Jahr 2010. „Hochklassige BMX-Räder gehen zurzeit gut“, berichtet er, auch Fahrradcomputer und Gutscheine für Accessoires seien gefragt.

Bei Seniorchef Helmut Braukmann in Lendringsen kaufen die Kunden vor Weihnachten ebenfalls weniger Zweiräder, sondern eher ausgefallene technische Geräte, Geschenkartikel oder bestellen auch mal vorsorglich Schneefräsen. Und in den Tagen nach Weihnachten denken offenbar viele Kunden auch schon an den nächsten Feiertag Silvester, insbesondere an das Abendessen: „Jetzt kaufen viele Leute Raclette oder Fonduesets.“

 

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