Menden bekommt Moschee mit Kuppel und Minarett

Foto: Martina Dinslage
Foto: Martina Dinslage
Foto: WP

Menden wird voraussichtlich seine erste Moschee mit Kuppel und Minarett bekommen. Die Stadt hat die Genehmigung für den umstrittenen Bau der schiitischen Gemeinde an der Fingerhutsmühle erteilt.

Das Gebäude soll gut 32 Meter lang und knapp 12 Meter breit werden – im Bereich des 140 Quadratmeter großen Gebetsraums sogar mehr als 16 Meter breit. Die Kuppel über dem Gebetsraum ist 9,80 Meter hoch geplant. Ansonsten wird das zweigeschossige Gebäude, das auch eine Wohnung beinhaltet, 6,80 Meter hoch werden. Das geht aus den genehmigten Zeichnungen vor, die der WP vorliegen.

Es sind auch 55 Parkplätze zu schaffen, denn die Ehl-i Beyt Nida Kulturgemeinde plant neben den täglichen Gebeten (gerechnet wird mit jeweils 30 bis 40 Gläubigen) sowie der Jugendarbeit (etwa 30 Teilnehmer) auch größere Veranstaltungen: Elf Veranstaltungen mit erwarteten 100 bis 300 Besuchern sind in der Baugenehmigung aufgeführt – darunter Navrus, das Zuckerfest, das Opferfest oder Feiern zum Ramadan.

Großveranstaltungen müssen bei der Stadt beantragt werden

Die Begrenzung der Veranstaltungen sei Teil der Baugenehmigung, so Mendens Planungsamtsleiter Eugen Oelert. Darüber hinausgehende Großveranstaltungen müssten bei Stadt beantragt werden. Planungsrechtlich habe man die Moschee genehmigen müssen, so Oelert: „Wir haben bündelweise Literatur und Urteile gelesen, gerade weil es für uns die erste Moschee mit Kuppel und Minarett ist.“ Doch es gebe keinen Grund, den religiösen Bau zu verhindern. Nach den Protesten aus der Bevölkerung war auch aus dem politischen Raum die Forderung erhoben worden, genau zu prüfen, ob der Bau verhindert werden könnte.

Die Anwohner, die nun die Möglichkeit haben, binnen einen Monats gegen die Baugenehmigung zu klagen, hatten in der Vergangenheit immer wieder ihre Besorgnis geäußert: die neue Moschee könne eine Sogwirkung auf auswärtige schiitische Gläubige auswirken – verbunden mit einiger Lärmbelästigung. Schließlich erscheine das Gebäude doch viel zu groß für die recht kleine Mendener Gemeinde.

Özcan Yildrim, der Sprecher der Gemeinde, sagte der WP, dass man ein größeres Einzugsgebiet nicht anstrebe. Derzeit habe die Gemeinde 52 Mitglieder plus Familienmitglieder. Auch wenn man mit Klagen von Anwohnern rechne, plane man zügig den Baustart: „Wir wollen in sechs bis acht Wochen anfangen.“

 
 

EURE FAVORITEN