Mehr als 100 Stadtspaziergänger unterwegs

Menden..  Die Resonanz war enorm: Mehr als 100 interessierte Bürger, Anwohner und Geschäftsleute sowie Vertreter aus Politik, des Initiativkreises Mendener Wirtschaft und der Mendener Werbegemeinschaft erschienen am Donnerstagnachmittag zum „Öffentlichen Stadtspaziergang“ durch die Fußgängerzone. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Martin Wächter wechselten sich Klaus Schulze vom beauftragten Planungsbüro B.S.L. und Frank Wagenbach, Bau-Fachbereichsleiter der Stadt, am Mikrofon ab. Wagenbach erinnerte zunächst an die Neugestaltung der Achse St. Vincenz-Kirche – Bahnhof: „Am 16. April, zum Mendener Frühling und dem Mittelaltermarkt werden wir den neu gestalteten Bereich am Mühlengraben einweihen.“ Er betonte, dass es Fördermittel nur zweckgebunden gäbe: Würde man die Fußgängerzone 2017 und ‘18 im Bereich Hauptstraße, Kirchstraße und Hochstraße nicht umgestalten, sei das Geld nicht umzuleiten. Die Neugestaltung samt Pflaster koste 1,3 Millionen Euro, wovon das Land 80 Prozent bezuschussen will.

Viele Kanten und Aufbrüche

„Ich sehe Ihre Stadt etwas anders als Sie. Versuchen Sie einmal, Ihre Perspektive zu verändern und nicht den gewohnten Blick auf Fußgängerzone, Häuser und Fassaden zu werfen“, empfahl Klaus Schulze. Er bedauerte, dass die schönen Fassaden der Obergeschosse oft nichts mehr mit den Ladenfronten im Erdgeschoss gemein hätten.

Der Spaziergang führte hinauf in die Oberstadt, vorbei an der Kindereisenbahn bis zum Dicken Baum. Danach ging die Gruppe durch die Hochstraße, wo es viel zu bemängeln gab. An der Rückseite der Häuser der Hauptstraße stehen unzählige Mülltonnen. Die Mittelentwässerung bildet in diesem Bereich eine starke Kehle, die sich durch das defekte Pflaster mit Wasser füllt und für nasse Füße sorgt. Kanten und Aufbrüche machen die Passage für Kinderwagen und Rollatoren zur Marterstrecke. „Barrierefreies Bauen wird ein zentrales Thema, denn unsere Gesellschaft wird immer älter“, betonte Schulze.

Nach dem Gang durch den unteren Teil der Fußgängerzone und die Hochstraße ging ein großer Teil der Gruppe mit in den Ratssaal, um Anregungen und Kritik zu äußern. Frank Oberkampf, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, begrüßte die Maßnahme, würde aber die Neupflasterung der Hauptstraße gern zehn oder 15 Jahre verschieben, bis der Handel in Menden wieder gesund sei. Dagegen sagte Händler und Anwohner Jörg Treese: „Wenn wir neue Händler in die Stadt bringen wollen, müssen wir die Fußgängerzone verschönern und so schnell wie möglich beginnen!“ Schulze räumte indes ein, dass es in der Bauzeit zu Beeinträchtigungen kommen werde.

Johannes Kochanek, Leiter des St.-Vincenz-Altenheims, forderte für die Heimbewohner Barrierefreiheit und eine einfarbige, glatte Pflasterung. Sportwarenhändler Dirk Hesse zweifelte an, dass man mit 1,3 Millionen Euro auskommen werde.

 
 

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