Matthias Eggers spendet Stammzellen

Auf den ersten Blick sieht es aus wie bei einer Blutspende oder bei der Dialyse: Hier spendet Matthias Eggers Stammzellen für eine schwerkranke Frau.
Auf den ersten Blick sieht es aus wie bei einer Blutspende oder bei der Dialyse: Hier spendet Matthias Eggers Stammzellen für eine schwerkranke Frau.
Foto: WP
Etwa fünf Jahre ist es her, dass Matthias Eggers sich als Stammzellspender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hat typisieren lassen.

Menden.. Nun ist der 29-jährige Mendener – vermutlich – zum Lebensretter geworden. Vor wenigen Wochen hat er für eine lebensbedrohlich erkrankte 39-jährige Frau Stammzellen gespendet.

Bei der DKMS hatte Matthias Eggers vor fünf Jahren ein Set angefordert, mit dem er sich per Wattestäbchen-Abstrich typisieren lassen konnte. „Ich hatte schon lange mit dem Gedanken gespielt, und war durch eine Typisierung in der Nähe noch mal auf das Thema aufmerksam gemacht worden“, erinnert sich der Kommunikationsberater und CDU-Ratsherr. „Das sehe ich ähnlich wie die Bereitschaft zur Organspende: Wenn man ein Leben retten kann, dann sollte das eine Selbstverständlichkeit sein.“

Im Februar dieses Jahres bekam Matthias Eggers Post von der DKMS mit dem Hinweis, dass er als potenzieller Stammzellspender für eine Patientin in der engeren Auswahl sei. Zwei Tage später folgte ein Anruf. „Ich musste mir bei meinem Hausarzt zwei Röhrchen Blut abnehmen lassen, die zur genaueren Typisierung in ein Labor geschickt wurden“, berichtet Matthias Eggers. Weitere drei Wochen später wurde in einem Zell-Entnahmezentrum in Köln sein Gesundheitszustand sorgfältig unter die Lupe genommen.

Nachdem die Ärzte grünes Licht gegeben hatten, bereitete sich Matthias Eggers auf die Stammzellspende vor. Dazu musste er sich an fünf Tagen ein Hormonpräparat spritzen, das das Stammzellwachstum anregte. Die Folge waren Becken- und Kopfschmerzen. Parallel wurde das Immunsystem der Empfängerin quasi lahmgelegt, um ihren Körper auf die Spende vorzubereiten. Spätestens ab hier gab es kein Zurück mehr. Denn ohne die Stammzellen von Matthias Eggers hätte die Frau keine Überlebenschance gehabt.

Ende März wurden dem Mendener Stammzellen entnommen, die der Patientin am nächsten Tag übertragen wurden. Die eigentliche Entnahme, so beschreibt es Matthias Eggers, sei vergleichsweise harmlos, „auf der einen Seite geht das Blut über eine Kanüle am Arm raus, auf der anderen wieder rein“. Nach zwei Stunden und 20 Minuten waren ausreichend lebensrettende Stammzellen aus Matthias Eggers Blut gefiltert worden.

Noch kennt Matthias Eggers die Empfängerin nicht persönlich. In knapp zwei Jahren können sich Spender und Empfängerin – wenn es beide möchten – kennen lernen. Matthias Eggers hofft, dass das klappt: „Die Frau ist ja jetzt mein genetischer Zwilling.“

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