Marode, teuer und noch mal vertagt

Ausgefallene Straßenbeleuchtung an der Unnaer Straße.
Ausgefallene Straßenbeleuchtung an der Unnaer Straße.
Foto: WP

Menden. Das Problem drückt seit Jahren und bringt betroffene Bürger regelmäßig auf die Palme: Das Straßenbeleuchtungssystem in Menden ist marode. Jetzt sollte Bewegung in die Sache kommen. Doch der Bauausschuss hat in nicht-öffentlicher Sitzung die Entscheidung vertagt, ob ein Beratungsunternehmen helfen soll, ein neues Modell für die Beleuchtung zu finden.

Es sind nur erste vorläufige Einschätzungen, aber sie machen deutlich, wie ineffizient das Beleuchtungssystem ist. Während moderne Systeme rechnerisch etwa 90 Euro pro Straßenlaterne im Jahr kosten, ist Menden bei einem Durchschnittswert von 130 Euro pro Anlage angekommen.

Bei 6700 Anlagen sind das jährliche Kosten von 870 000 Euro für die Stadt. Gelingt es , die Kosten auf den Wert einer modernen Anlage zu reduzieren, dann sind Einsparungen von 267 000 Euro möglich. Gleichzeitig soll dabei aber auch die Qualität der Leuchten steigen, die dann besser funktionieren und energiesparender sein sollen.

Immer wieder war in den vergangenen Jahren diskutiert worden, die Straßenbeleuchtung wieder – wie früher – den Stadtwerken zu übertragen. Daraus geworden ist allerdings nie etwas. Nach Jahren des Hin und Hers ist nun der Handlungsdruck groß: Zum einen, weil im Haushaltssicherungskonzept Einsparungen im Beleuchtungsnetz als Maßnahme längst aufgelistet sind – die Aufsichtsbehörden werden darauf bestehen. Zum anderen, weil ab 2015 der Vertrieb von Hochdruck-Quecksilberdampf-Lampen verboten wird. Für 30 Prozent der Mendener Leuchten gibt es damit keinen Ersatz mehr, sie müssen erneuert werden.

Das Berliner Beratungsunternehmen ÖPP, dessen Mehrheits-Gesellschafter staatliche und kommunale Stellen sind, sollte nach Vorschlag der Verwaltung nun den Prozess begleiten. Als erstes wäre eine exakte Bestandsaufnahme geplant, dann die Entwicklung eines Modells für Menden. Und – wenn das Ergebnis lautet, dass die Stadt die Aufgabe von Dritten erfüllen lassen sollte – eine öffentliche Ausschreibung. Die Stadtwerke wären bei diesem Verfahren trotz der externen Beratung nicht außen vor. Im Gegenteil: Sie könnten sowohl die Bestandserfassung vornehmen als auch später an der Ausschreibung teilnehmen. Der Ausschuss konnte sich aber nicht dazu durchringen, die Berater zu engagieren.

 
 

EURE FAVORITEN