Mängel bei Burger King - Ex-Mitarbeiterinnen in Menden packen aus

Heinz-Jürgen Czerwinski
Filiale von Burger King in Menden: Auch hier soll es Missstände gegeben haben.
Filiale von Burger King in Menden: Auch hier soll es Missstände gegeben haben.
Foto: WP
Gravierende Missstände bei Burger King hat das "Team Wallraff" im RTL-Fernsehen enthüllt. Von Ekelfleisch, Umetikettierungen und schlechten Arbeitsbedingungen ist die Rede. Zwei Ex-Mitarbeiterinnen der Mendener Burger-King-Filiale bestätigen zum Teil diese Vorwürfe. Sie packen aus.

Menden. Nach dem Undercover-Bericht des „Teams Wallraff“ bei RTL über Ekelfleisch, Umetikettierungen von Waren sowie schlechten Arbeitsbedingungen wird auch in Menden heiß über dieses Thema diskutiert. Zwei ehemalige Burger-King-Mitarbeiterinnen schildern ihre negativen Erfahrungen, nachdem unsere Redaktion ihnen absolute Anonymität zu gesichert hatte.

Bürger-King-Chef Yildiz allgegenwärtig

Der eigentliche Chef des Mendener Burger-King-Restaurant in Menden ist selbst für die meisten Mitarbeiter stets der große Unbekannte gewesen. Allgegenwärtig war Erol Yildiz – Franchisenehmer von mehr als 90 Filialen in Deutschland – dennoch.

Der Frau kommt es im Nachhinein wie ein Film aus einer anderen Welt vor. Vor allem der Gedanke an einen gut sichtbaren Aushang im Restaurant. Darin lobte Yildiz das Mendener Haus „als sauberstes Restaurant“ seines Imperiums. „Wir mussten tatsächlich immer unglaublich viel putzen. Ja, wir haben uns die Hände regelrecht blutig geputzt.“ Diesen Vorwurf mag eine der Frauen nicht gelten lassen.

„Die meisten anderen im Fernsehbericht stimmen aber“, gibt sie unumwunden zu. Also Fleisch in Burgern, die man besser nicht mehr (ver-)kaufen sollte? „Es ist bei uns immer mal wieder vorgekommen, dass die zubereitete Ware mehr als vier Stunden warm gehalten worden ist und dann in den Verkauf ging.“ Eigentliche Ekelfleischvorwürfe bereits durch den Einkauf wurden ausdrücklich nicht bestätigt.

Kein Lohn bei Krankheit

Im vergangenen Jahr hätte Yildiz in noch stärkerem Maß die Daumenschrauben angelegt bzw. anlegen lassen. „Von Tariflöhnen konnten wir nur träumen. Wer sich mit einer ärztlichen Krankschreibung abmeldete, bekam schon mal einige Zeit keinen Lohn mehr.“ Als Folge hätten nach und nach immer mehr Mitarbeiter des „einst sehr engagierten Mendener Teams“ nach neuen Jobs Ausschau gehalten. Mitunter seien viel zu wenig Fachkräfte dagewesen, um überhaupt noch Neulinge anlernen zu können oder die Schichten ausreichend zu besetzen.

Kunden in Mendener Filiale futtern weiter Burger und Pommes 

Auf dem Parkplatz der Mendener Filiale stehen acht Autos. Darin: Kunden, die sich schnell einen Fast-Food-Snack holen wollten. Ja, den TV-Bericht habe sie gesehen, sagt eine Kundin. Auf Burger und Pommes aus ihrer Mendener Filiale verzichtet sie deshalb aber nicht: „Ich habe hier selbst einmal gearbeitet“, sagt die Frau. „Über unsere Filiale kann ich nichts Schlechtes sagen, die Schichtleiter von damals sind immer noch da. Bei anderen Filialen würde ich ab jetzt aber schon überlegen, ob ich dort etwas esse.“

Zwei weitere Fast-Food-Ketten-Besucher haben die Undercover-Reportage am Montagabend nicht gesehen. „Hygienische Mängel?“, sagt ein Kunde fragend. „Den Beitrag schaue ich mir noch einmal im Internet an. Und jetzt gibt es mal nur einen Kaffee für mich.“ Die Filiale ist gut besucht. Ob der TV-Bericht denn heute Thema sei? „Dazu können wir nichts sagen, bitte wenden Sie sich an die Zentrale“, sagen die Mitarbeiter.

Bürger King Deutschland reagiert mit Aktionsplan

Burger King Deutschland hat offiziell auf die TV-Doku reagiert. „Keine Toleranz und Akzeptanz für die Handlungen des Franchisenehmers“, hieß in einer Presseerklärung. Man arbeite an einem „Aktionsplan“.