Lobbe lässt Mendens Unternehmer staunen

Menden/Iserlohn..  Wenn es um ihre Abfall- und Wertstoffbehälter geht, sehen Mendener Bürger vor allem einen Namen auf den Fahrzeugen: Lobbe. Und weil dieser Entsorger auch für heimische Unternehmen ein wichtiger Partner ist, entschloss sich der Initiativkreis Mendener Wirtschaft (IMW) um Rüdiger Scholz, das vierteljährliche „Business at Lunch“ diesmal von Menden an den Iserlohner Hauptsitz der Lobbe-Gruppe zu verlegen.

Empfangen wurden die rund 60 Gäste, darunter Bürgermeister Martin Wächter, im imposanten, von Seniorchef Gustav Dieter Edelhoff selbst entworfenen „Gustav-Edelhoff-Haus“, dessen Name an seinen Vater erinnert. Imposant fanden die Gäste aus Menden indes auch die Zahlen, die Gustav Dieters Sohn Gustav als Chef in vierter Generation sowie Geschäftsführer Michael Wieczorek präsentierten.

Denn die Lobbe-Gruppe, das sind heute rund 1700 Beschäftigte, 108 Auszubildende, 42 Standorte, 540 Fahrzeuge, 23 Abfallbehandlungsanlagen und ein Umsatz 2014 von einer Viertelmilliarde Euro. Das ließ im Vortragssaal manche Augenbraue hochgehen.

Eigener Youtube-Kanal für Azubis

Um junge Leute anzusprechen, unterhält Lobbe einen eigenen Youtube-Kanal, schilderte Wieczorek. Und Edelhoff beschrieb, warum die Gruppe eine eigene Assekuranz unterhält: „Es gilt ja nicht nur Fahrzeuge zu versichern, sondern große Anlagen, Transporte, Gebäude und deren Sicherheit. Da spart es Prämien, das selbst zu managen.“

Zum Schmunzeln brachte Edelhoff die Gäste, als er beschrieb, dass der jüngste Generationswechsel bei Edelhoff gerade noch vor der Reform der Erbschaftssteuer klappte. Oder dass sich in der Schlacke der Müllverbrennungsanlage Iserlohn jährlich 25 Kilogramm pures Gold finden, vom Zahn bis zum Ehering, denn die Schmelztemperatur von Gold werde in der Anlage nicht erreicht. Das hatten die Gäste vorher wohl auch noch nicht gehört.

Keine gute Nachricht hatte Edelhoff auf Anfrage von Scholz für Bürgermeister Wächter und die Unternehmer parat: Nach tiefem Fall steigen jetzt die Entsorgungspreise wieder. Die Zeiten, da Müll als Brennmaterial eine begehrte Mangelware war, seien vorbei: Die brummende Wirtschaft, Importe aus dem Ausland, wo die hier längst eingeleitete Stilllegung von Deponien erst anläuft, und hierorts höhere Einwohnerzahlen durch Zuwanderer – all das lasse im Ergebnis das Aufkommen und die Preise steigen.

Auch das billige Öl habe für Lobbe eine Kehrseite: Man spare zwar am Diesel, doch sinken laut Edelhoff die Erlöse für recycelte Kunststoffe. Und à propos Diesel: Wie sich Umweltschutzgesetze selbst ad absurdum führen können, zeige die Umrüstung der Lobbe-Fahrzeuge vom Auspuff zum Nachbrenner. „Seitdem verbraucht jeder Laster auf 100 Kilometer drei Liter mehr.“

 
 

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