Königin lässt sich nicht vom Thron stoßen

Fröndenberg..  Die Königin bleibt und ist jetzt Kaiserin, ausgetauscht hat sie nur den König an ihrer Seite. So könnte man die Ereignisse rund um das Fest des Fröndenberger Schützenbundes zusammenfassen. So kaltherzig wie es klingt, ist diese Geschichte aber definitiv nicht.

Denn mit einem Fall von kühl kalkuliertem Machtgeschacher der herzlosen Monarchin und einem gefundenen Fressen für die Boulevardmedien hat man es hier nicht zu tun, vielmehr mit einem erfreulichen persönlichen Hintergrund.

Ultimativer Akt

Das ist die ganze Geschichte: Gudrun Okoniewski hat im vergangenen Jahr mit Thorsten Krey einen neuen Lebensgefährten gefunden. Zu dieser Zeit und seit genau einem Jahr regierte sie als Königin an der Seite von Franz-Josef Herrmann, einem langjährigen, guten Freund von ihr, den Fröndenberger Schützenbund.

Krey wiederum fand an der Seite seiner neuen Liebe schnell Gefallen am Vereinsleben der Grünröcke, trat ins Offizierskorps ein und entschloss sich schließlich zu dem ultimativen Akt eines jeden Schützenbruders, den Vogel abzuschießen.

Das gelang ihm dann auch am Freitagabend auf Balsters Wiese mit dem 133. Schuss kurz vor Mitternacht auf den „Vogel der Generationen“. Dass er seine Herzdame als Königin an der Seite haben möchte, ist wohl eine durchaus nachvollziehbare Entscheidung. Und so bleibt Okoniewski einfach auf dem Thron und ist nun Kaiserin Gudrun I. Neben der Königswürde wurden bei besten äußeren Bedingungen und einer ordentlich gefüllten Vogelwiese auch die weiteren Insignien ausgeschossen: Schon nach sechs Schüssen sicherte sich Thomas Imenkämper den Apfel, mit dem nächsten Treffer erlegte Paul Jakubetzki die Krone, das Zepter sicherte sich dann Tobias Klimm mit dem 18. Schuss.

Intime Momente im Schützenzelt

80 Schüsse hielt der linke Flügel das Generationenvogels aus und fiel dann an Michael Kayser, weitere zwei Schüsse später, in Person von Lukas Redeker, war dann auch das Gegenstück erledigt.

So galt es dann am Samstagabend im Festzelt nur ein Haupt bei den „Großen“ neu zu krönen. Ausgelassen gefeiert wurde schließlich auch das neue Kinderkönigspaar, welches die Avantgarde am Samstag Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein ermittelt hatte.

Luisa Ebeling sicherte sich an der Armbrust die Regentenwürde und wählte als Prinzgemahl Liam Nehm an ihre Seite. Strahlend präsentierten sie sich den Besuchern des Festzuges am Sonntag Nachmittag ebenso wie die anderen Majestäten.

Am Samstag Abend hatte es die Band „Herb“ wie schon im vergangenen Jahr ausgezeichnet verstanden, die Stimmung anzuheizen. Dass Musik von Helene Fischer und Co. prächtig funktioniert ist keine neue Erkenntnis, aber diese Band schaffte selbst in einem Schützenzelt intime Momente, als sie sich nur mit Akustikgitarre bewaffnet zur feiernden Schützengemeinde an den Bühnenrand setzte und mit allen Gemeinsam das „Rata rata“ aus „Im Wagen vor mir“ schmetterte.

Trommeln kann man schließlich auch auf Holzboden oder Lautsprecherbox. Eine angemessene Party für das zu 50 Prozent neue Westicker Königspaar.

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