Keine separate Badezeit für muslimische Frauen in Menden

Eine Rettungsschwimmerin im Burkini am australischen North Cronulla Beach.
Eine Rettungsschwimmerin im Burkini am australischen North Cronulla Beach.
Foto: Getty Images
Für die Stadtverwaltung in Menden ist es gelebte Integration: Muslimische Frauen dürfen selbstverständlich im Burkini im Hallenbad Schwimmen gehen, also in einem Ganzkörperbadeanzug. Separate Badezeiten mit einer weiblichen Schwimmaufsicht können aber nicht eingerichtet werden. So lautet die Reaktion der Stadtverwaltung auf entsprechende Anfragen von türkischen Frauen und aus dem Integrationsrat.

Menden.. Für die Stadtverwaltung ist es gelebte Integration: Muslimische Frauen dürfen selbstverständlich im Burkini im Hallenbad Schwimmen gehen, also in einem Ganzkörperbadeanzug. Separate Badezeiten mit einer weiblichen Schwimmaufsicht können aber nicht eingerichtet werden. So lautet die Reaktion der Stadtverwaltung auf entsprechende Anfragen von türkischen Frauen und aus dem Integrationsrat.

Türkische Frauen hatten sich vor einigen Monaten an die Stadtverwaltung gewandt und aus Glaubensgründen um separate Badezeiten mit einer Schwimmmeisterin gebeten. Schnell war aber klar, dass das Bäderteam diesem Wunsch nicht folgen kann. Zwar gibt es eine weibliche Schwimmaufsicht. Doch angesichts der geringen Personalstärke des Teams, das zudem in Schichtdiensten arbeitet, könne diese Konstellation nicht gewährleistet werden, erklärt Hannelore Pifczyk vom Bürgermeisterbüro.

Hallenbad Menden kann auch angemietet werden

Fraglich ist für die Verwaltung, ob es diese separate Schwimmstunde für muslimische Frauen überhaupt geben muss. Denn in traditionellen Burkinis könnten Musliminnen ohnehin schon jetzt das Hallenbad besuchen. „Das geschieht in deren Heimatländern in der Öffentlichkeit auch“, merkt Hannelore Pifczyk an.

Darüber hinaus könnten die türkischen Frauen das Hallenbad aber auch außerhalb der öffentlichen Öffnungszeiten anmieten, bietet die Stadtverwaltung an. „Die Stadt Menden hilft ihnen, eine weibliche Schwimmaufsicht zu finden“, erklärt Hannelore Pifczyk. Während dieser Badezeit könnten die Musliminnen dann auch in Bikini oder Badeanzug Schwimmen gehen, ohne den Blicken von Männern ausgesetzt zu sein. Eine Stunde Hallenbadnutzung kostet 17,50 Euro, hinzu kämen etwa 15 Euro Stundenhonorar für die Aufsicht. Eine zweistündige Badezeit käme damit auf eine Miete von 68 Euro. Würden nur 17 Frauen diese Badezeit nutzen, müsste jede von ihnen 4 Euro dafür zahlen. Aus Sicht der Verwaltung wäre das ein tragfähiger Preis.

Schwimmverein als Lösung

Und noch eine vierte Alternative hat die Verwaltung für die türkischen Frauen parat: „Für den Fall, dass die öffentlichen Badezeiten oder die verbleibenden Zeiten, in denen das Hallenbad angemietet werden kann, nicht den Wunschzeiten der türkischen Frauen entsprechen, könnten sie einem Schwimmverein beitreten“.

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