Keine neuen Windräder in Oesbern

Der Segelflugplatz Barge mit Hallenneubau, Katholische Kirche Barge: Aus für Windräder in der Nähe.
Der Segelflugplatz Barge mit Hallenneubau, Katholische Kirche Barge: Aus für Windräder in der Nähe.
Foto: www.blossey.eu

Menden..  Windräder in Oesbern ganz in der Nähe des Segelflugplatzes in Barge? Dieser Idee ist jetzt buchstäblich die Luft ausgegangen. Weil Windkraftanlagen an diesem Standort den Flugsport behindern und gefährden würden, rückt die Stadt von dem Vorhaben ab. Die Suche nach einer so genannten Vorrangfläche für Windkraftanlagen im Stadtgebiet geht nun wieder von vorne los. Als nächstes will die Verwaltung Waldgebiete unter die Lupe nehmen, in denen weniger wertvolle Baumbestände wie Nadelholz wachsen.

Bei der jahrelangen Suche der Stadt nach geeigneten Standorten für Windräder war zuletzt nur noch die Fläche neben dem bislang einzigen Windrad im Stadtgebiet in Oesbern übrig geblieben – ein Waldstück, in dem Orkan Kyrill bereits gewütet hatte. Als die Luftsportgruppe Menden-Barge (LSG) von diesem potenziellen Standort erfuhr, meldete sie allerdings schnell Bedenken an. Denn an dieser Stelle stünden die Windkraftanlagen den Segelfliegern beim Landeanflug im Weg. Die LSG fürchtete sofort um die Existenz ihres Flugplatzes, an dem sie in diesem Jahr ihr 85-jähriges Bestehen feiern will.

Unterstützung erhielten die Luftsportler aus Münster. Bei der dortigen Bezirksregierung sitzt auch die Luftaufsichtsbehörde, die für Menden zuständig ist. Sie sieht durch Windräder an dieser Stelle die „sichere Durchführung des Platzrundenbetriebes in Frage“ gestellt, insbesondere Schulungsflüge im Alleinflug seien gefährdet. Selbst dann, wenn ein luftfahrtfachliches Gutachten den Bau von Windrädern positiv beurteile, könnte es sein, dass die LSG aus versicherungs- und haftungsrechtlichen Gründen ihren Flugsport einstellen müsste.

Mit dieser Stellungnahme konfrontiert, geben nun Stadtverwaltung und Politik das Gelände in Oesbern als Windkraft-Vorrangfläche auf. „Der Standort ist für uns nicht mehr tragbar“, sagte Hubert Schulte (CDU) im Bauausschuss. Bei nur zwei Gegenstimmen von der GAL verabschiedete sich der Ausschuss von dem Vorschlag.

Das Thema Vorrangflächen ist damit aber noch nicht vom Tisch. Der Bauausschuss beauftragte die Verwaltung, die Suche nach geeigneten Flächen fortzusetzen, beispielsweise in wenig wertvollen Nadelholz-Waldstücken oder an Standorten, die vor langer Zeit einmal aus Gründen ausgeschlossen wurden, die heute nicht mehr vorliegen.

 
 

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