Keine Hektik bei Hausanschlüssen

Wurzeln ragen auf diesem Kamerabild in einen defekten Abwasserkanal.
Wurzeln ragen auf diesem Kamerabild in einen defekten Abwasserkanal.
Foto: WP
„Abwarten“ lautet für viele Mendener Grundstückseigentümer und Gewerbetreibende die Devise, wenn es um das brisante Thema Dichtheitsprüfung für Abwasseranschlüsse geht.

Menden.. Damit liegen sie seit Jahren richtig, denn die Landesregierung laboriert noch immer an einer endgültigen Gesetzesfassung. Die Mendener Stadtentwässerung rät sogar weiterhin, nichts in Richtung Kanalprüfung zu unternehmen. Denn bis eine gültige Rechtsverordnung vorliegt, kann noch viel Abwasser durch die Kanäle rauschen.

„Wir warten auf die Rechtsverordnung, aber das kann noch Wochen oder Monate dauern“, so beschreibt Michael Mathmann, der Leiter der Stadtentwässerung, die Situation.

So viel steht fest: Das Land NRW wird den Grundstückseigentümern keine generelle Dichtheitsprüfung der Hausanschlüsse mehr vorschreiben. Stattdessen läuft es offenbar auf eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Untergrund hinaus: Lediglich für Grundstücke und Gewerbebetriebe in Wasserschutzgebieten wird es wohl die Pflicht geben, dass sie ihre Anschlüsse auf Schäden untersuchen lassen und notfalls reparieren lassen müssen. Das hat der Landtag gefordert. In Menden wären das laut Mathmann Halingen, Ostsümmern, Barge und Teile von Bösperde. Je nachdem, wann die jeweiligen Hausanschlüsse in diesen Stadtteilen gebaut wurden, könnte es unterschiedlich lange Fristen für die Dichtheitsprüfung geben. Weitere Fristen sind für die Reparaturen in der Diskussion, so dass im Extremfall kaputte Hausanschlüsse erst 2030 repariert sein müssen.

Der Landtag fordert ebenfalls, dass Städte die Möglichkeit bekommen, eigene Fristen für weitere Stadtgebiete einzuführen. Dazu hat Mathmann bezogen auf Menden bereits drei konkrete Vorstellungen: Er würde empfehlen, dass auch in Stadtvierteln mit einem Trennsystem von separaten Abwasser- und Niederschlagswasserkanälen die Hausanschlüsse überprüft werden müssen. Ferner würde die Stadtentwässerung die Dichtheitsprüfung für Grundstücke mit Pumpstationen vorschlagen sowie für Straßenzüge, in denen das öffentliche Abwassersystem ohnehin saniert wird, so dass dort „in einem Abwasch“ auch die Anliegergrundstücke bearbeitet werden könnten.

Wohlgemerkt: Es handelt sich um reine Vorüberlegungen. Mathmann hat sie zwar der Politik bereits im Ausschuss für Stadtentwässerung vorgestellt. Entscheiden müsste aber der Rat, wenn die Rechtsverordnung des Landes vorliegt. „Ich rate ganz deutlich: Abwarten“, betont Mathmann. „Nicht verrückt machen lassen, erst recht nicht von Haustüranbietern.“

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