Keine Fahrrad-Raser in der Fußgängerzone

Corinna Schutzeichel
Fahrradfahren in der Innenstadt: Nicht alle, die zum ADFC-Stand kamen, waren dafür – aber es gab viele angeregte Diskussionen.Fotos:Martina Dinslage
Fahrradfahren in der Innenstadt: Nicht alle, die zum ADFC-Stand kamen, waren dafür – aber es gab viele angeregte Diskussionen.Fotos:Martina Dinslage
Foto: WP

Menden.  Mit solch einem großen Interesse hatten die Aktiven der neuen Mendener Ortsgruppe des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) nicht gerechnet: Viele Mendener kamen Samstagmittag zum Infostand vor dem Alten Rathaus. Thema war der Bürgerantrag des ADFC, die Mendener Fußgängerzone für Fahrradfahrer zu öffnen.

Dabei stieß der ADFC mit seiner Idee nicht nur auf Zustimmung. „Einige wenige sind zu uns gekommen, um uns zu sagen, dass sie von der Idee nichts halten“, erläutert Dr. Olaf ­Geerds vom ADFC. „Die meisten aber haben mit uns diskutiert und waren auch am Austausch von Argumenten interessiert.“ Nicht jeder habe sich überzeugen lassen und für den Bürgerantrag unterschrieben, „aber wir sind ins Gespräch gekommen“.

Negative Rückmeldungen habe es eher von älteren Mendenern gegeben. Haupt-Argument: „Das Radfahren in der Fußgängerzone ist gefährlich und bringt Unruhe.“ Angst vor Drahtesel-Rasern müsse allerdings niemand haben, erläutern Günter Waschke und Dr. Günther Reichle vom ADFC: In der Fußgängerzone dürften Radfahrer ohnehin nur Schrittgeschwindigkeit fahren.

Dabei zeigte sich der ADFC in der Diskussion auch kompromissbereit: Zwar wird die Maximalforderung nach Öffnung der kompletten Fußgängerzone weiter aufrechterhalten. Denkbar sei aber auch, über die Alternative zu diskutieren, die Fußgängerzone nur abends beziehungsweise am Samstag nach Geschäftsschluss für Zweiradfahrer zu öffnen. Einen Antrag mit diesem Tenor hatte die FDP-Fraktion bereits zweimal gestellt.

Insgesamt hat der ADFC zwei Bürgeranträge angekündigt – der eine dreht sich um die Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer, der andere thematisiert Fahrrad-Stellplätze mit Bügeln sowie Ladestationen für die Akkus von E-Bikes (WP berichtete). „Wichtig ist uns, dass überhaupt Bewegung in die Sache kommt“, sagt Dr. Olaf Geerds. „Wir erleben einen Boom von Pedelecs und E-Bikes. Auch wenn Menden eher hügelig ist, sollte man diesen Boom nutzen. Die Stadt hat das Thema bislang verschlafen.“

Manche können die Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer offenbar kaum erwarten: Polizei-Bezirksbeamter Dietmar Berendes verwarnte mittags gleich zwei Jugendliche, die als Pedalritter unterwegs waren. Da sie unter 14 Jahre alt sind, blieb ihnen ein Bußgeld erspart.