Kein Bedarf für Waldkindergarten

Thomas Hagemann

Menden.  Die Chancen auf einen Waldkindergarten in Menden stehen weiter schlecht. Einen neuerlichen Antrag der Grünen-Ratsfrau Ingrid Ketzscher lehnten alle anderen Mitglieder im Kinder- und Jugendhilfeausschuss (KJHA) gestern Abend ab. Und das, obwohl auch Sebastian Schmidt (CDU) und Monika Adolph (FDP) eine grüne Kita in Menden grundsätzlich begrüßten. Den Grund für ihr Votum hatte jedoch die Verwaltung geliefert: Die Versorgung mit Kita-Plätzen in Menden ist auskömmlich. Die vielen fehlenden Plätze, die Ketzscher reklamierte, gibt es demnach nur noch auf dem Papier. Eltern hätten sich als flexibel erwiesen und Kitas in anderen Stadtteilen gewählt. Es gebe keine Wartelisten, sondern im Gegenteil noch vereinzelt freie Kitaplätze. Für Bösperde, das grundsätzlich unterversorgt sei, will die Stadt bis März an Landesmittel für zehn U3-Plätze kommen. Ingrid Ketzscher hielt danach noch am Waldkindergarten fest, weil er die Angebotsvielfalt verbreitere. Dem mochte angesichts der Finanzlage der Stadt aber niemand mehr folgen.

Auf die Forderung der Grünen nach dem sofortigen Weiterbau des U3-Anbaus der Kita Bösperde verzichtete Ketzscher. Dies, nachdem Kämmerer Uwe Siemonsmeier erklärt hatte, die Baupause sei gewollt: Man schaffe dort keine Zusatzplätze, sondern Raum für eine zweite U3-Gruppe, die 2015 eine Regelgruppe ersetzt. „Es gibt dort keinen Baustopp.“

Der Zuschuss der Stadt an den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) für die Verwaltung von Tagespflegestellen soll ab 2015 um rund 30 000 auf 102 000 Euro steigen. Damit können zwei Vollzeitstellen finanziert werden. Diese Empfehlung an den Rat war einstimmig.

Auch 3,5 neue Stellen für Familienhelferinnen und 1,5 für die integrative Kita-Erziehung winkte der Ausschuss durch. Siemonsmeier stellte zudem klar, dass das Etat-Einsparziel von 200 000 Euro durch Unterbringung von mehr Heimkindern in Familien keinen Zwang bedeute. Vorrang habe das Kindeswohl. Es gehe nicht um Geld, sondern darum, Aufenthalte in Heimen bis zum 19. Lebensjahr für die Jugendlichen zu vermeiden.