Karussells: Leichtsinn führt zu Verletzungen

Pfingstkirmes 2011 in Menden Foto: Martina Dinslage
Pfingstkirmes 2011 in Menden Foto: Martina Dinslage
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Die Warnhinweise stehen an vielen Karussells: Menschen mit Bluthochdruck, mit Rücken- oder Herz-Kreislauf-Problemen dürfen nicht mitfahren. Wie ernst müssen Besucher diese Hinweise tatsächlich nehmen? Und wie viele ignorieren die Warnungen?

Menden.. „Die Unvernünftigen schlagen irgendwann bei uns auf“, fasst Rüdiger Morena, Einsatzleiter des Deutschen Roten Kreuzes, zusammen. Die heimischen Rot-Kreuz-Mitglieder kümmern sich seit vielen Jahren bei Großveranstaltungen wie der Pfingstkirmes um den Rettungsdienst. „Es gibt jedes Jahr schon einige, die nach einem Karussellbesuch mit Rückenproblemen zu uns kommen“, berichtet Rüdiger Morena. Hinzu kommen Wagemutige, die sich nicht an die Hinweise des Fahrgeschäft-Personals halten und sich beispielsweise in der Überschlagsschaukel nicht festhalten: „Die stürzen dann, prellen sich die Nase oder schlagen sich die Stirn auf.“ Leichtsinn führt auch am Autoscooter regelmäßig zu Verletzungen: „Es gibt immer wieder Leute, die während der Fahrt auf die Fahrbahn laufen“, erläutert Rüdiger Morena. „Wenn dann das Bein zwischen zwei Fahrzeuge gerät, gibt es eine mächtige Prellung.“ Glücklicherweise, so Rüdiger Morenas Bilanz, geben sich die meisten gesundheitlichen Probleme schnell wieder.

Schausteller-Chef Konstantin Müller rät, sich auf den gesunden Menschenverstand zu verlassen: „Wenn jemand ein bisschen Rückenprobleme hat, passiert sicher nichts bei einer Karussellfahrt. Aber mit einem Bandscheibenvorfall oder einer anderen gravierenden Vorerkrankung sollte man sich nicht ins Karussell setzen.“

Besonders angesichts der schwül-warmen Temperaturen rät Rüdiger Morena dazu, auf ausreichend Essen und Trinken nicht zu verzichten. Und damit meint er kein Bier: „Wer den ganzen Tag auf der Kirmes verbringt, sollte darauf achten, dass er ausreichend Wasser zu sich nimmt.“ Manche klagen gerade bei warmem Wetter verstärkt über Kreislaufprobleme, berichtet Rüdiger Morena: „Die sitzen sonst vielleicht den ganzen Tag im Büro und sind es nicht gewohnt, längere Zeit zu stehen.“ Und wann sollte man essen – vor oder nach einer Karussellfahrt? „Nach dem Essen sollte man 30 bis 60 Minuten bis zur nächsten Karussellfahrt warten“, rät Rüdiger Morena.

Für Notfälle ist das DRK-Team – inklusive Notarzt – während der Kirmes permanent im Eingangsbereich des neuen Rathauses zu erreichen.

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