Junger Zeichner überlebte Auschwitz

Fröndenberg..  Das war auch für die Jugendlichen ein beeindruckendes Erlebnis: „Farbe im Grauen. Der gemalte Zeitzeugenbericht von Alfred Kantor“ lautete der Titel eines Workshops an der Gesamtschule Fröndenberg.

Die Schülerinnen und Schüler der Lerngruppe 10.5 sowie des Grundkurses Kunst (Q1) nahmen jetzt an dieser Veranstaltung teil. Begleitet wurden sie dabei von Kursleiterin Paola Manzur.

Mit 18 Jahren nach Theresienstadt

Der junge Zeichner Alfred Kantor hatte gerade seine Ausbildung zum Werbegrafiker an der Rotter-Schule in Prag begonnen, als die Deutschen allen Juden den Besuch öffentlicher und privater Schulen verboten.

Mit 18 Jahren kam er ins Ghetto Theresienstadt und überlebte später auch das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz sowie das Zwangsarbeitslager Schwarzheide.

Nach der Befreiung 1945 dokumentierte Alfred Kantor in einem Lager für „Displaced Persons“ (englisch für eine „Person, die nicht an diesem Ort beheimatet ist“) in Deggendorf (Bayern) die verschiedenen Stationen seines Leidensweges in mehreren bunten Aquarellzeichnungen. Das pädagogische Programm „Farbe im Grauen“ der Gedenkstätte Beit Theresienstadt in Israel beschäftigt sich anhand von 26 ausgewählten Zeichnungen und schriftlichen Zitaten mit dem Leben und Werk Alfred Kantors und wurde im Rahmen des fachübergreifenden Unterrichts in den Fächerkanon Kunst/Geschichte integriert.

Wissen über Holocaust vertiefen

Ziel des Workshops ist es, das Wissen der Schülerinnen und Schüler über den Holocaust anhand eines individuellen Schicksals zu vertiefen. Darüber hinaus setzen sie sich mit dem Thema Alltag in einem NS-Zwangslager (zum Beispiel Hunger, Krankheit, menschliches Miteinander) auseinander und lernen, die Sprache der Bilder zu entschlüsseln. Es geht darum, den Jugendlichen einen bewussten und kritischen Umgang mit dem Medium Bild zu vermitteln.

Der Workshop wurde von dem Historiker und freien Mitarbeiter des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, Markus Thulin, durchgeführt. Gefördert wird das Projekt von der Konrad-Adenauer-Stiftung.

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