Jagdgegner beleidigen Tierfreundin online

Spaziergänger mit Hund.
Spaziergänger mit Hund.
Foto: WAZ FotoPool

Menden/Iserlohn..  Tierschützer prangern eine 20-jährige Mendenerin im Internet an. Die junge Frau sieht sich zu Unrecht verunglimpft. Die Jägerin hatte eigentlich nur mit Hunden aus dem Iserlohner Tierheim spazieren gehen wollen. Sie hatte sich in einer E-Mail kurz vorgestellt und gefragt, ob sie die Hunde ausführen und mit ihnen am Gehorsam arbeiten könne.

„Es ging mir von Anfang an nur darum, den Hunden etwas Gutes zu tun. Offensichtlich lag das Problem für das Tierheim darin, dass ich einen Jagdschein besitze“, sagt die junge Jägerin. Sie möchte zum eigenen Schutz anonym bleiben.

Brigitta Kliem vom Vorstand des Tierschutzvereins Iserlohn bestreitet das und sagt: „Wir haben kein Problem mit Jägern, aber ein Problem damit, wenn diese unsere Tiere falsch erziehen. Wir haben eigene Trainer, die nach unseren Vorstellungen mit den Hunden arbeiten. “

Zwischen beiden Seiten gingen E-Mails hin und her. Sie sind sich mittlerweile einig, dass es sich wohl um ein Missverständnis gehandelt hat. „Ich hätte nicht das Wort Gehorsam verwenden sollen, das wurde anscheinend falsch verstanden“, sagt die junge Jägerin.

Sie berichtete auf ihrer Facebook-Seite über die Ereignisse. Dieses Posting verbreitete sich im Internet. „Zwei Stunden später wurde mir angezeigt, dass mein Beitrag schon 14-mal geteilt wurde und es somit schon von Tausenden Leuten gelesen werden konnte“, so die 20-Jährige. Die Antworten ließen nicht lange auf sich warten. Es gab mehr als 200 Kommentare – Zuspruch für ihre Empörung, aber auch Anfeindungen und Falschdarstellungen. Beispielsweise werfen Nutzer ihr auf einem Internetblog „Jagdhunddrill“ vor und behaupten, sie habe einen Anwalt eingeschaltet. Dazu sagt sie deutlich: „Das stimmt nicht. Ich würde dem Tierheim nie schaden wollen. Meine Absicht ist es, den Tieren zu helfen, und im Internet wird das Gegenteil dargestellt.“

Auch das Tierheim distanziert sich klar von diesen Anschuldigungen: „Wir hätten nie erwartet, dass dieser Vorfall im Internet solche Wellen schlägt“, sagt Brigitta Kliem.

Und das klingt versöhnlich: Sowohl das Tierheim, als auch die junge Mendenerin bestätigen, dass sie sich weiterhin eine ehrenamtliche Zusammenarbeit in Form von Spaziergängen mit den Hunden vorstellen könnten.

 
 

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