Inklusionsbeauftragte fordern einen „Ruck durch Menden“

Menden..  „Es geht um mehr als um Behindertentoiletten. Es geht um ein Leben auf Augenhöhe“, sagt Pascal Wink. Zusammen mit Petra Homberg und Olaf Jung ist er Inklusionsbeauftragter der Stadt Menden. Bei der Amtseinführung auf dem Alten Rathausplatz machten die drei Ehrenamtler jetzt klar, was das bedeutet: „Es muss ein Ruck durch Menden gehen. Und zwar ein schön inklusiver“, sagt Wink.

Aus Aktionsplan soll Realität werden

Vor knapp zwei Jahren wurde der Stadt ein Aktionsplan in Sachen Inklusion übergeben. Die Stadt habe sich dazu verpflichtet, diesen Stück für Stück umzusetzen, sagt Wink weiter, „und wir wollen darauf achten, dass das auch passiert“. Man wolle etwas anpacken – nicht zuletzt, weil die drei Inklusionsbeauftragten Mitglieder des Sozialausschusses sind.

Zwar wurde bei der offiziellen Amtseinführung, die unter anderem durch den Auftritt von „amante della musica menden“ umrahmt wurde, der Startschuss für die Arbeit der Mendener Inklusionsbeauftragten gegeben – zumindest für Pascal Wink begann die Arbeit aber schon vorher. In der Diskussion um die Ampelanlage an der Iserlohner Landstraße war Wink schon zuvor als Integrationsbeauftragter eingebunden. „Und wenn es uns noch früher gegeben hätte, würde es eine solche Treppe am umgestalteten Mühlenteich vielleicht gar nicht geben“, sagt Wink. Die sei für Menschen mit Behinderung nämlich eine große Hürde.

Mit Pascal Wink wurde ein echter Experte zum Inklusionsbeauftragen. Der 39-Jährige arbeitet hauptberuflich im Inklusionsbahnhof in Letmathe. Ähnliches gilt für Petra Homberg und Olaf Jung: Während Homberg seit Jahren ehrenamtlich für Inklusion kämpft, sogar mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet wurde, ist Jung selbst von einer Behinderung betroffen. Damit gibt es in Menden drei Ansprechpartner in Sachen Inklusion – für Menschen mit, aber auch ohne Behinderung.

Relevantes Thema

Warum all das Engagement? Pascal Wink: „Wir wollen nicht nur reden, sondern auch etwas verändern.“ Dass das Thema Relevanz hat, findet auch Regina Brüne, die nicht nur Besucherin bei Veranstaltung auf dem Alten Rathausplatz ist, sondern auch selbst unmittelbar Betroffene. Ihr Mann habe jahrelang im Rollstuhl gesessen. „Zwar habe ich immer Hilfe erfahren, wenn ich sie brauchte“, sagt Regina Brüne, „aber das Thema bekommt durch die Inklusionsbeauftragten nun endlich mehr Aufmerksamkeit.“

 

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