In zwölf Monaten um die ganze Welt

Raphaela Kossinis
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Zwölf Monate in zwölf verschiedenen Städten. Ohne Verpflichtungen, beruflichen Stress und Abhängigkeit. Wovon andere im grauen Alltag nur heimlich zu träumen wagen, ist für Meike Winnemuth zur Realität geworden. Die Journalistin war am Mittwochabend auf Einladung der Buchhandlung Daub zu Gast in Menden. Im vollen Alten Ratssaal stellte sie ihr Buch „Das große Los“ vor.

Menden.  Zwölf Monate in zwölf verschiedenen Städten. Ohne Verpflichtungen, beruflichen Stress und Abhängigkeit. Mit nichts weiter als einem 22-Kilo Koffer und der puren Reiselust. Wovon andere im grauen Alltag nur heimlich zu träumen wagen, ist für Meike Winnemuth zur Realität geworden. Die Journalistin war am Mittwochabend auf Einladung der Buchhandlung Daub zu Gast in Menden. Im vollen Alten Ratssaal stellte sie ihr Buch „Das große Los“ vor.

Im Jahr 2010 zog die Hamburgerin das große Los und erspielte sich in der Quizshow „Wer wird Millionär“ 500.000 Euro. Aber was macht man, wenn man eine halbe Million Euro gewonnen hat? Die 53-Jährige packte im Januar 2011 ihre Koffer und trat eine Weltreise an. Gesehen hat sie dabei alles: von Sydney über Shanghai bis nach Tel-Aviv. „Das große Los“ heißt ihr Buch, in dem die freie Journalistin Eindrücke und Ereignisse festgehalten hat. Mit Erfolg: Schließlich hat dieses sich innerhalb kürzester Zeit zum Bestseller entwickelt. Momentan ist die Hamburgerin auf Lesereise durch Deutschland unterwegs.

Gefühlvoll und wunderbar humorvoll

Selbstkritisch, gefühlvoll und wunderbar humorvoll las und kommentierte Meike Winnemuth Passagen aus ihrem Werk. „Hören Sie mir nicht zu. Planen Sie Ihre eigene Weltreise“, forderte sie schon ganz zu Anfang auf und sorgte damit im Publikum für Verblüffung. Schnell folgte Begeisterung und reges Interesse auf den Zuschauerstühlen.

Denn Meike Winnemuth geht nicht einfach so auf Weltreise: Per Internetblog hält sie ihre Leser 2011 auf dem Laufenden und lässt sich Aufträge zukommen, die sie auszuführen hat. „Manchmal waren es einfache Besorgungen, Tango-Schuhe aus Buenos Aires zu kaufen beispielsweise. Wieder andere Aufträge haben mich an einzigartige Orte gebracht“, erzählte die Journalistin.

Fiete sorgt für Lacher

Zurück in Hamburg habe sie sich wegen dieser Sehnsucht nach einem „richtigen Leben“ einen Hund angeschafft. Fünf Monate alt ist Fiete jetzt und sorgte beim Mendener Publikum für einige Lacher: Ausnahmsweise hatte die Autorin das Tier, dass die Stimmung erheblich auflockerte, mitgebracht.

Für ihre Reise hatte Meike Winnemuth mit 60.000 Euro geplant, 5000 Euro für jeden Monat. Viel zu viel, wie sich heraus stellte. Denn das Geld von RTL hätte sie gar nicht benötigt: Die Autorin hat nebenbei weiter gearbeitet und so ihr Reisen finanziert.

Das nächste Projekt steht schon in den Startlöchern. Nächstes Jahr plant sie wieder ein Jahr lang in zwölf verschiedenen Städten zu leben. Diesmal allerdings nur in deutschen Städten. Übrigens: Freunde und Familie lassen sich von all den Plänen nicht aus der Ruhe bringen. „Die sind Schlimmeres von mir gewohnt“, so die Journalistin lachend.