Hürden für Abbau der Gleise fallen

Schienen
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Foto: IKZ

Menden/Hemer. . Die Hürden für den Abbau der Bahngleise zwischen Hemer und Menden fallen. Nach Informationen der WP soll die Stadt Hemer als Eigentümerin die Schienen nun demontieren dürfen, ohne dass zuvor eine Potenzialanalyse über die Reaktivierung der still gelegten Bahnstrecke vorliegt. Damit kommt Hemer dem Ziel näher, auf der Trasse der früheren Oesetalbahn einen Radweg zu bauen.

„Reaktivierung erst in 15 Jahren realistisch“

Die Bezirksregierung Arnsberg hatte die Genehmigung zum Abbau der Gleise an die Bedingung geknüpft, dass zuvor die Reaktivierung der Bahnstrecke in einer Potenzialanalyse geprüft werde. Doch mittlerweile wird über die Aufhebung dieser Bedingung gesprochen. Darüber informierte Regierungspräsident Gerd Bollermann in einem Schreiben den Regionalrat. Als Grund nennt Bollermann in dem Brief, der der WP vorliegt, dass unklar ist, ob und wann die Potenzialanalyse überhaupt durchgeführt wird. Dessen ungeachtet sollen die Flächen der Strecke aber weiter als Eisenbahnanlage gewidmet bleiben, betont Bollermann. So werde eine mögliche Reaktivierung sicher gestellt.

Die Aufhebung der Nebenbestimmung „Potenzialanalyse“ wird vom Zweckverband Ruhr-Lippe befürwortet. Geschäftsführer Michael Dubbi sagte der WP, dass der Bau eines Radweges und eine spätere Reaktivierung der Strecke nichts miteinander zu tun hätten. Maßgeblich für eine künftige Nutzung bleibe die Widmung der Trasse als Eisenbahnanlage. Eine Reaktivierung ist seiner Ansicht nach erst in 15 bis 20 Jahren realistisch. Finanzmittel für neue Bahnstrecken seien begrenzt und andere Strecken hätten Priorität. Die Potenzialanalyse für die Oesetalbahn werde aber Ende des Jahres in Angriff genommen.

Bürgerantrag: Radweg durch Oesewiesen

Hemer hatte die alte Bahnstrecke gekauft, um Teile der Strecke für die Landesgartenschau 2010 verwenden zu können. Danach sollte der Bund die Strecke kaufen und darauf einen Radweg anlegen. Dagegen machen vor allem die Mendener Grünen und der Förderverein Oesetalbahn Front. Sie halten es für sinnvoller, die Bahnstrecke wieder in Betrieb zu nehmen. Befinde sich ein Radweg auf der Trasse, würden die Chancen für die Reaktivierung gegen Null sinken.

Die Befürworter der Oesetalbahn wollen nun ihrerseits Fakten schaffen. Dr. Günther Reichle vom Oesetalbahnverein stellt bei der Stadt Menden einen Bürgerantrag, den Radweg von Menden nach Hemer auf einer anderen Strecke zu realisieren. Eine Trassenführung durch die Oesewiesen liege schon lange in der Schublade.

Reaktionen

Die Aufweichung der Bedingungen für den Gleisabbau werden von Ingrid Ketzscher (Grüne Menden) und Matthias Gast (Oesetalbahnverein) kritisiert. Die Vorbedingung einer Potenzialanalyse sei eine demokratische Entscheidung des Zweckverbandes gewesen und dieser demokratische Beschluss werde nun offenbar „kassiert“.

Dagegen Hemers Bürgermeister Michael Esken: „Ein Radweg zwischen Hemer und Menden ist nur realistisch, wenn die beiden Städte, die kein Geld haben, ihn nicht selbst zahlen müssen – sondern der Bund.“ Wenn jetzt nicht gehandelt werde, „dann wird noch 20 Jahre nur Löwenzahn auf den Gleisen wachsen.“ Mit dem Gleisabbau will Hemer erst beginnen, wenn der Baustart des Radwegs durch den Bund klar sei.mk

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