Hofstaat verwandelt sich in ein ganzes Dorf

Laura Oswald-Jüttner
Hüingsens Hoftstaat  hat sich zum Karneval besonders schöne Kostüme einfallen lassen. Alles, was in der Republik Bedeutung hat, ist zu finden.
Hüingsens Hoftstaat hat sich zum Karneval besonders schöne Kostüme einfallen lassen. Alles, was in der Republik Bedeutung hat, ist zu finden.
Foto: Andreas Dunker / nrw-image.de WP

Aufwändige Gruppenkostümierungen haben zu Karneval im Mendener Stadtgebiet Hochkonjunktur. Die Damen des Hofstaates vom Bürger- und Schützenverein Hüingsen haben diesen Trend auf die Spitze getrieben: Sie verkleiden sich als ihr ganzes Dorf. Am Donnerstag traten sie bei der Weiberfastnachtsfete in der Schützenhalle zum ersten Mal öffentlich auf.

Hüingsen. Die Idee wurde bereits vor etwadrei Jahren geboren, als der Hofstaat in fast derselben Besetzung schon einmal zusammen kam. Das Motto des Hofstaats lautet „Wir sind Hüingsen“, also wurde dieses kurzerhand in die Karnevalskostüme umgesetzt. Aber wie genau stellt man ein ganzes Dorf dar? Indem man sich das, was typisch für das Dorf ist, vornimmt und ein Kostüm daraus macht.

Lebender Wappenbaum

Jedes Wahrzeichen Hüingsens nahmen sich die Damen um Schützenkönigin Ellen Mäurer-Fildhaut zur Brust und kreierten daraus total abgefahrene Verkleidungen: die Christ-König-Kirche, die Grundschule, den Schützenverein samt Vogel und Kugelfang, das OBO-Männchen, die OBO-Arena mit neuem Kunstrasen, den Wappenbaum, den Ortseingang, die Schranke, die Gaststätte „Zum Alten Fritz“ mit Wirtin und sogar den gesamten Hüingser Ring. Auf Hüten prangen die Symbole oder sie nehmen direkt das gesamte Textil ein.

Maßgeblich verantwortlich für die Kopfbedeckungen zeichnete Sabine Kanat. In mehreren Arbeitsgruppen entwarfen die Damen ihre Kostüme. Die Ergebnisse sind ebenso originell wie faszinierend in der Umsetzung. So stellt die amtierende Schützenkönigin den Kugelfang samt Schützenvogel dar, und Tülay Diekmann trägt die Schranke auf der Klamotte.

Besonders krass ist das Kostüm von Natja Issler, sie gibt den Hüingser Ring mit passendem Modell um die Leibesmitte. „Manche Leute haben das als Politik verstanden“, sagt Tülay Diekmann lachend, „weil der Ring ja so kaputt ist. Wenn die Schranke mal unten ist, sind wir außerdem abgeschnitten“. Dass die Schranke manches Mal ohne ersichtlichen Grund nicht öffnet, komme zum Glück nicht sehr häufig vor. Aber wenn doch, ist Hüingsen abgeriegelt, dann kommt niemand mehr rein noch raus.

Morgen ist die gesamte Truppe mit ihren tollen Kostümen im Tulpensonntagszug zu sehen.