Hilfreiche Taxifahrer sogar noch bestohlen

Eingang des Amtsgerichts Menden.
Eingang des Amtsgerichts Menden.
Foto: WP

Menden..  Suchtkranke fragen meistens nicht. Sie nehmen, lügen und betrügen. Der Mendener M. (41) gehörte viele Jahre zu den Schwerstabhängigen. Nachschub besorgte er schon mal gern in Iserlohn. Ohne einen Cent in der Tasche zu haben. Bluten mussten dafür gutgläubige Taxifahrer, die er auch noch mehrfach bestohlen hat. Mehr als ein Dutzend Straftatbestände häufte er an. Gestern kämpfte der tief im Mendener Drogenmilieu verwurzelte Mann vor dem Amtsgericht um eine letzte Chance und bekam sie.

Diebstähle waren an der Tagesordnung. Sogar EC-Karten ergatterte M. und hob damit flugs in acht Teilbeträgen 2100 Euro ab.

Taxifahrer gerieten mehrfach in sein Visier. Kartons wolle er transportieren. Während die Fahrer damit beschäftigt waren, die Sitzbank umzuklappen, bediente er sich in der Wechselgeldbörse, die sich häufig ungesichert im Seitenfach der Fahrertür befand. Gleich dreimal Rechnungen nicht bezahlt und abgeräumt. Der Drogennachschub war gesichert. Bis zur nächsten Tat.

M. präsentierte sich als reuiger Täter, der auch von sich aus für eine Wende zum Besseren kämpft. Freiwillig unterzieht er sich derzeit einem stationären Aufenthalt in einer Fachklinik und könnte sich nahtlos einer weiteren Behandlung über Monate hinweg unterziehen. Dafür hat er sogar selbst gesorgt.

Vom absoluten Strafmaß, das ließ Amtsgerichtsdirektor Festersen durchblicken, hätten in der Summe durchaus fünf Jahre Freiheitsstrafe fällig werden können. Staatsanwältin Rehbein rang in ihren Schlussworten: „Geldstrafen haben bisher nichts erreicht. Kann man Ihnen einen günstige Sozialprognose ausstellen?“. Man kann. Man kann es sogar mit diesen Worten: „Eine Bewährung ist nicht ganz unproblematisch“, so Festersen.

Für Diebstahl und Computerbetrug in acht Fällen sowie vier weiterer Betrugsfälle wäre bei Einzelverurteilungen eine Haftstrafe von mehr als zwei Jahren unumgänglich gewesen. Einzig das Zusammenziehen der Delikte zu einer Gesamtstrafe ermöglicht eine Bewährung. Und die ist für drei Jahre mit härtesten Auflagen versehen. Bereits in der Therapie muss M. absolut kooperieren. Sonst geht es ins Gefängnis.

 
 

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