Grundstein statt Mühlstein

Investor Gerhard List und Peter Schnurbus (Bauausschuss-Vorsitzender) sowie Bürgermeister Fleige setzten gestern den Grundstein für das neue Bahnhofsgebäude.
Investor Gerhard List und Peter Schnurbus (Bauausschuss-Vorsitzender) sowie Bürgermeister Fleige setzten gestern den Grundstein für das neue Bahnhofsgebäude.
Foto: WP

Menden..  Nachfolgende Generationen von Mendenern werden sich möglicherweise wundern, denn der Grundstein für das neue Bahnhofsgebäude hängt etwas schräg in der Wand. Aber es war ehrlicherweise nun auch wahrlich kein gerader Weg zur Neubebauung des Bahnhofsgeländes. Insofern mag die Position des Steines symbolischen Wert haben. Wichtig ist für die Hönnestadt nur das: Seit gestern wächst nach der Grundsteinlegung das neue Bahnhofsgebäude offiziell und deutlich sichtbar empor.

Nicht wenige Mendener hatten bezweifelt, ob es am früheren Schandfleck der Hönnestadt jemals so weit kommen würde, und manche Kritiker können sich noch immer nicht damit abfinden, dass statt des sanierten historischen Gebäudes nunmehr ein Nachbau den Eingang zur Stadt an der Bahnhofstraße markieren wird. Für Bürgermeister Volker Fleige ist der Spatenstich allerdings ein Ereignis mit Strahlkraft über die Baustelle hinaus, der dokumentiert, dass es in Menden voran gehe: „Wir legen auch den Grundstein für ein neues Kapitel dieser Stadt“, so Fleige.

Der alte heruntergekommene Bahnhof sei ein Mühlstein für Menden gewesen. Der neue hingegen, so hofft auch der Vorsitzende des Bauausschusses des Stadtrats, Peter Schnurbus (CDU), solle „florieren und Kaufkraft nach Menden bringen“.

Fleige und Schnurbus setzten gestern Mittag gemeinsam mit Investor Gerhard List den Grundstein für das neue Bahnhofsgebäude. Bürger, Vertreter der Mieter vom Bahnhofskomplex sowie Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter ließen es sich nicht nehmen, den kleinen Festakt zu besuchen. Sie konnten dabei das Computerbild in Augenschein nehmen, das auf einem großformatigen Plakat die geplante Außenansicht des neuen Gebäudes zeigt. Gerhard List betonte, dass die Außengastronomie auf dem Bild keine Fantasie ist, im Erdgeschoss solle wirklich ein Gastronom einziehen. Weitere Details zu den Mietern des Gebäudes gab es nicht.

Dass überhaupt neu gebaut werden musste, verteidigte List: „Wir hatten die schwere Erkenntnis zu verdauen, dass das alte Gebäude wegen der schlechten Substanz nicht zu halten war.“ Dennoch liege ihm „die Neuinterpretation des Bahnhofsgebäudes sehr am Herzen.“

Auch Bürgermeister Fleige ließ nichts Schlechtes auf den Neubau kommen, der sich stark am Aussehen des abgerissenen Gebäudes orientiert: „Jede Generation hat ein Recht darauf, architektonisch ihre Zeichen zu setzen“, sagte Fleige.

Investor und Stadt lobten sich gegenseitig für das gelungene Miteinander beim Bahnhofsprojekt. Der neue Stadtrat und die neue Mendener Verwaltungsspitze hätten 2009 ein schweres Erbe angetreten und jahrelang versucht, dass am Bahnhof etwas passiere. „Wir können froh sein, dass wir mit Herrn List einen so kompetenten Investor gefunden haben“, sagte Peter Schnurbus.

 
 

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