Grüne unterstützen CDU-Antrag für Tempo 30 in Lendringsen

Kein Durchkommen für Radler – hier ist Absteigen angesagt: Ingrid Ketzscher und  Dr. Günther Reichle an der Lendringser Hauptstraße.
Kein Durchkommen für Radler – hier ist Absteigen angesagt: Ingrid Ketzscher und Dr. Günther Reichle an der Lendringser Hauptstraße.
Foto: THomas Hagemann

Lendringsen.  Die Mendener Grünen unterstützen den CDU-Antrag, aus der Lendringser Hauptstraße eine durchgehende Tempo-30-Zone zu machen. „Gut, dass es diesen Antrag von Wolfgang Exler gibt“, sagt Ingrid Ketzscher, stellvertretende Grünen-Chefin und passionierte Radfahrerin. Denn der kombinierte Rad-Gehweg entlang der Straße sei „abenteuerlich“. Zu schmal sei er und verschlungen um die Laternen. An denen sind jetzt obendrein Weihnachtsbäume festgebunden, deren Äste den Weg endgültig versperren.

Zusätzlich blockieren Lieferanten und andere Kurzparker wie selbstverständlich die Radspur -- einer hupt einen Radler sogar weg. „Das alles ist nicht nur gefährlich für die Radfahrer, sondern auch für Fußgänger auf dem Bürgersteig, die angefahren werden können, ebenso wie Kunden, die gerade aus der Ladentür kommen“, sagt Grünen-Radexperte Dr. Günther Reichle. Diese Kritikpunkte hatten auch Lendringser Bürger zuletzt in der „WP vor Ort“-Veranstaltung im Saal Dederich vorgebracht. Was zum Versprechen von Wolfgang Exler (CDU) führte, den Antrag auf die Zone 30 zu stellen.

Gleichberechtigung auf der Straße

Aber was kann sie wirklich bewirken? Reichle: „Der Unterschied zwischen einer Straße, auf der nur abschnittsweise Tempo 30 gilt, und der Zone ist, dass der Radler mit auf die Straße darf.“ Statt Radfahrer zwangsweise auf den schmalen roten Streifen des Bürgersteigs zu zwingen, dürften sie die Fahrbahn benutzen. Was viele Pedaleure, wie auch am Dienstagmittag zu sehen ist, heute schon so machen. Allerdings unerlaubt und ungesichert.

Sichere Radwege gefordert

Für Ingrid Ketzscher kann die Zone daher nur ein erster Schritt zur Beruhigung der Lendringser Hauptstraße sein: „Wenn wir aus diesem Korridor ein Wohnzimmer machen könnten, wäre das gut für alle hier.“ Für die Anlieger wegen des Lärms und der Abgase, für die Radfahrer und Fußgänger aus Gründen der Sicherheit, und auch für die Geschäfte, vor denen sich statt des schieren Durchgangsverkehrs erfahrungsgemäß mehr abspielen würde. Über die Zone hinaus wäre deshalb daran zu denken, eine gleichberechtigte Verkehrsfläche für alle einzurichten – das sei anderenorts mit großem Erfolg schon durchgeführt worden.

Schon seit längerem, berichtet Ingrid Ketzscher weiter, forderten das Bundesumweltamt oder auch die Polizeigewerkschaft, dass Tempo 30 zur Regelgeschwindigkeit in allen Innenstädten werden soll. Dann würden nur noch die Ausnahmen angezeigt, wo 50 oder 70 km/h gefahren werden dürften.

„Und gerade Menden ist eine Stadt der kurzen Wege, die mehr Radverkehr sehr gut vertragen könnte.“ Das habe nicht zuletzt die Befragung zum interkommunalen Verkehrsentwicklungsplan für Menden, Iserlohn und Hemer im vergangenen Jahr gezeigt (siehe nebenstehenden Kasten).

Aus dieser Umfrage ging unter anderem hervor, dass die befragten Mendener Bürger zum einen eine erhöhte Verkehrssicherheit durch mehr Gehwege und Querungshilfen wünschten, erinnerte Ketzscher. „Aber eben auch mehr, bessere und sichere Radwege.“

 
 

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