Großbaustelle für neuen Mega-Abwasserkanal

Arne Poll

Bösperde.  Diese Baustelle wird wirklich groß. Die Stadtentwässerung Menden baut in den kommenden fünf Monaten einen neuen Abwasserkanal an der Fröndenberger Straße kurz vor dem Ortsausgang nach Fröndenberg. Das Riesenrohr soll nahezu das komplette Mendener Abwasser auffangen können.

Die Bauarbeiten haben bereits gestern mit den ersten Freischnittarbeiten zwischen Bahnstrecke und Fröndenberger Straße begonnen. „Wir müssen eine Baustraße einrichten“, sagt Betriebsleiterin Dagmar Gerling. Die provisorische Zickzackstraße entsteht auf Landwirtschaftsflächen und wird nach den Kanalarbeiten wieder zurückgebaut. „Wir brauchen die Baustraße, um den Rettungsweg sicherzustellen“, sagt Gerling. Ein abknickender Teil der Fröndenberger Straße, der nach Bösperde hineinführt, wird wegen der Bauarbeiten komplett gesperrt. Dieser Abschnitt soll über die Baustraße erreichbar sein.

1,40 Meter Rohrdurchmesser

Für die neuen Rohre muss ein fast drei Meter breiter und drei Meter tiefer Kanal ausgehoben werden. Die Rohre selbst haben einen Innendurchmesser von bis zu 1,40 Meter. Das etwa 250 Meter lange Rohrsystem verbindet mehrere Mendener Hauptkanäle mit einem Rohr, das parallel zur Bahnstrecke bis zur Kläranlage an der Ruhr führt. Die Rohrleitung werde notwendig, um die Masse an Mendener Abwasser aufzunehmen. Der Neubau kostet etwa 530 000 Euro. Das Bauunternehmen Krutmann hat den Auftrag bekommen.

Auf der Fröndenberger Straße wird ab Oktober mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen sein. In Absprache mit der Polizei stellt die Stadtentwässerung eine Ampel auf. Der Verkehr wird einspurig an der Baustelle entlang geführt.

In einigen Bereichen könnten sich die Bagger gefährlich den Hauswänden nähern. „Wir haben eine Beweissicherung durchgeführt“, sagt Gerling. Das heißt: Die Gebäude sind bereits im Vorfeld von einem Gutachter auf Risse untersucht worden. Wenn jetzt etwas absackt, kann der Schaden genauer festgestellt werden.