Gesamtschule: Alle Kinder werden angenommen

Die Mendener Gesamtschule zieht zum Start in das Gebäude der Hauptschule Am Gelben Morgen.  Foto: Martina Dinslage
Die Mendener Gesamtschule zieht zum Start in das Gebäude der Hauptschule Am Gelben Morgen. Foto: Martina Dinslage
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Menden.. Die neue Gesamtschule geht mit fünf Eingangsklassen an den Start. Das hat gestern Abend der Stadtrat einstimmig beschlossen. Damit ist klar: Alle 132 Kinder, die an der neuen Mendener Schule angemeldet wurden, können dort auch angenommen werden. Noch nicht beschlossen wurde, ob die Oberstufe der Gesamtschule künftig in dem Gebäude der Realschule Menden oder im Heilig-Geist-Gymnasium untergebracht werden soll. Klar ist auch: Das Heilig-Geist-Gymnasium soll aufgrund der vielen Anmeldungen vier Eingangklassen bilden dürfen – eigentlich war eine Dreizügigkeit vorgesehen.

Die Ergebnisse der Anmeldungswochen, über die die WP gestern berichtet hatte , boten gestern Stoff für Interpretationen – etwa an den Gymnasien. Denn dort gibt es erstmals umgekehrte Verhältnisse. Stets hatte in den Vorjahren das städtische Walram-Gymnasium mehr Schüler im Eingangsjahrgang als das benachbarte Heilig-Geist-Gymnasium. 99 Eltern und ihre Kinder gaben nun dem HGG dem Vorzug; für 75 Mädchen und Jungen war das Walram erste Adresse.

HGG-Schulleiter Dr. Thomas Hardt kommentierte das Ergebnis mit diesen Worten: „Wir haben schulprogrammatisch in den vergangenen Jahren sehr gut gearbeitet und freuen uns über das Vertrauen, das in uns gesetzt wird.“ Walram-Chefin Christel Schmidt-Timmermann sah in der vorherigen schulpolitischen Diskussion und Festlegung auf maximal drei Züge für den Gründe für den Rückgang der Walram-Anmeldungen: „Das scheint viele Eltern verunsicher zu haben. Sie waren unsere Vierzügigkeit gewohnt und wollten mit ihrem Anmeldeverhalten wohl auf der sicheren Seite sein.“

Dass die Anmeldezahl an der Realschule Lendringsen infolge des neuen Gesamtschulangebotes auf 44 gefallen ist, sieht Schulleiter Heinz Schulte als Bestätigung seiner Erwartungen. Vor allem Schülerinnen und Schüler mit Hauptschul-Empfehlung oder eingeschränkter Realschulempfehlung seien offenbar bevorzugt zur Gesamtschule gegangen, „in diesem Bereich haben wir kaum noch Anmeldungen“. Die Realschule habe nun zwar nur noch zwei Eingangsklassen, für diese erwartet Schulte aber „eine wesentlich höhere Qualität“.

Gelassenheit auch bei Mendens Realschul-Leiter Bernd Westerhoff, der 44 Anmeldungen weniger als im vergangenen Jahr zu verzeichnen hatte. „Das ist eine Momentaufnahme, die sicherlich auch der Euphorie bei der Neugründung einer Schule geschuldet ist. Im nächsten Jahr kann das schon anders aussehen.“ Zudem sei der Jahrgang zahlenmäßig ohnehin schwächer gewesen.

Und wie geht es mit den beiden Hauptschulen am Gelben Morgen und in Lendringser weiter, für die insgesamt nur acht Anmeldungen vorliegen und die damit gar keine Eingangsklassen mehr bilden dürfen? Gabi Wesselmann von der Schulverwaltung kündigte gestern an, dass die Hauptschule Lendringsen wie vom Rat beschlossen „in den Abbau“ geführt wird. Ob dies auch der Weg der Hauptschule am Gelben Morgen sein wird, habe die Politik zu entscheiden. Bislang ist Beschlusslage, dass die Hauptschule Am Gelben Morgen auch für 2013/14 noch Anmeldungen annehmen dürfte.

Die Stadt Menden sei jedenfalls gesetzlich nicht verpflichtet, eine Hauptschule anzubieten, betonte Gabi Wesselmann. Deshalb würden die betroffenen acht Eltern nun gebeten, ihre Kinder an einer anderen Schule anzumelden – an einer Mendener Realschule oder an der Mendener Gesamtschule zum Beispiel. Auch die Sekundarschule Wickede sei eine Option.

Die Anmeldezahlen

Hauptschule am Gelben Morgen: 0 Anmeldungen (2011: 38)
Hauptschule Lendringsen: 8 Anmeldungen (2011: 15)


Realschule Menden: 66 Anmeldungen (2011: 110)
Realschule Lendringsen: 47 Anmeldungen (2011: 87)

Heilig-Geist-Gymnasium: 99 Anmeldungen (2011: 72)
Walram-Gymnasium: 75 Anmeldungen (2011: 101)

Walburgisgymnasium: 96 angenommene Anmeldungen (2011: 96).

Gesamtschule: 132 Anmeldungen (2011 noch nicht existent)

 

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