Fußball-Falschparker das Auto zerkratzt

Menden..  War es bereits zum zweiten Mal die schiere Wut auf Fußballer, die im Huckenohl kicken und die ihre Wagen falsch parken? Binnen kurzer Zeit hat ein Anwohner des Rauherfelds gleich viermal Gerichte beschäftigt. Viermal bekräftigte er mit Nachdruck seine Unschuld. So auch gestern. Verurteilt wurde er dennoch. Das Gericht hatte „keinerlei vernünftige Zweifel“, dass der Angeklagte am 14. August 2014 die Kabrio-Karosse eines Fußballers erheblich an der Seite zerkratzt hat.

Weg durch drei Instanzen

Ein ähnliches Urteil hatte es bereits am 3. Februar 2014 gegeben. Der Rauherfelder hatte seinerzeit Rechtsmittel eingelegt, unterlag jedoch 20. Mai 2014 vor dem Landgericht und am 21. August 2014 vor dem Oberlandesgericht Hamm. Für den Drei-Instanzen-Weg galt jedoch: Einzig ein konkreter Fall führte zu Verurteilungen des Mannes. Die Zahl zerkratzter Autos von parkenden Fußballern und Stadionbesuchern seit Ende des Jahres 2012 im Rauherfeld war deutlich größer.

Die Anklage gestern fußte einzig auf der Zeugenaussage einer Anwohnerin, die den Angeklagten beobachtet hatte, „wie er rein körperlich Druck auf den parkenden Wagen ausübte“. Doch war der Mann tatsächlich mit einem Schlüsselbund an dem falsch parkenden Cabrio vorbeigegangen und hatte Kratzspuren von mehr als einem Meter Länge hinterlassen?

Staatsanwaltschaft und Strafrichter Jung, hielten die Aussage der Tatzeugin für absolut glaubhaft, zumal es auch seitens der Frau „keinerlei Belastungstendenzen“ gebe. Ein mögliches Motiv machte Strafrichter Jung zudem aus: Anhaltender Ärger über nicht ordnungsgemäß parkende Fahrzeuge.

Stets Unschuld beteuert

Der Angeklagte und seine Frau gaben an, dass ihr Leben mittlerweile erheblich beeinträchtigt sei. Sie quittierten das Urteil von 60 Tagessätzen zu jeweils 30 Euro mit Kopfschütteln und Tränen in den Augen. Sie könne mittlerweile kein Auto mit Kratzspuren mehr sehen, ohne gleich Angstgefühle zu bekommen, sagte die Frau in ihrer Zeugenaussage. Das Thema beherrsche mittlerweile weite Teile des Familienlebens. Sie glaube nach wie vor an die Unschuld ihres Mannes, beteuerte sie.

Der verurteilte Rentner und sein Anwalt äußerten sich nach dem Richterspruch nicht, ob sie Rechtsmittel einlegen werden. Ein Zivilverfahren ist anhängig.

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