Fragen und Antworten zum Schadstoff-Fund in Mendener Josefschule

Das Luftbild verdeutlicht die räumliche Situation: In dem rötlichen Backstein-Altbau sind die eigentlichen Klassenräume der Josefschule untergebracht. Der gesamte Bereich ist offensichtlich nicht betroffen. Belastet ist das derzeitige Domizil der VHS in dem Anbau, der hier links im Bild zu sehen ist.
Das Luftbild verdeutlicht die räumliche Situation: In dem rötlichen Backstein-Altbau sind die eigentlichen Klassenräume der Josefschule untergebracht. Der gesamte Bereich ist offensichtlich nicht betroffen. Belastet ist das derzeitige Domizil der VHS in dem Anbau, der hier links im Bild zu sehen ist.
Foto: www.blossey.eu
Naphthalin riecht nach Teer und Mottenpulver. Und giftig ist der Stoff auch. Wie groß der Sanierungsbedarf an der Josefschule in Menden sein wird, nach dem dort der Schadstoff gefunden wurde, ist noch unklar. Ende der Woche sollen die Messergebnisse vorliegen.

Menden.. Der Schadstoff-Fund in der Josefschule vom Freitag und seine Folgen: Wie groß der Sanierungsbedarf sein wird, wird sich wohl erst Ende der Woche zeigen. Dann sollen die Ergebnisse der neusten Messungen vorliegen, die nun stattgefunden haben. Die Volkshochschule rechnet aber nicht mehr damit, dass sie vor dem ohnehin für Mai geplanten Umzug in die Westschule noch einmal in das Gebäude zurückziehen wird.

Weitere Fragen und Antworten zum Thema.

1. Ist die gesamte Josefschule betroffen?

Offensichtlich nicht. „Die Räumung des Backstein-Altbaus am Freitag war rein vorsorglich“, so Ulrike Schriever, Leiterin des Immobilienservices der Stadt Menden. Man gehe nicht davon aus, dass dieser Gebäudeteil von der Naphthalin-Belastung betroffen sei. Vielmehr liege die Quelle in den Werkräumen im Keller des Anbaus zum Hahnenwall hin. „Der Geruch ist aufgetreten, als dort ein Fußboden im Zuge der Umbauarbeiten hochgenommen wurde.“

Ulrike Schriever ist optimistisch, dass die beiden Gebäudeteile so weit voneinander abgeschottet sind, dass die Schadstoffe nicht in den Backsteinbau wandern konnten. „Am Montag haben aber vorsichtshalber noch einmal Messungen stattgefunden.“

Auch Ralf Beyer, Leiter des Schulverbundes Josef- und Westschule, will erst mal die Messergebnisse abwarten, bevor möglicherweise ein „Plan B“ entwickelt werden muss. Die Schüler haben ohnehin derzeit Osterferien, und die Kinder der Offenen Ganztags-Schule konnten kurzerhand in die Westschule umquartiert werden.

Ob die Josefschüler nach den Osterferien (ab dem 8. April) wieder in ihre alten Räume zurückkehren können, kann erst nach Vorliegen der neuen Messergebnisse entschieden werden: „Ich hoffe nicht, dass eine Komplett-Sperrung notwendig ist“, erklärte Ralf Beyer gestern.

2. Wie gefährlich oder auch nicht gefährlich ist der aktuelle Naphthalin-Fund?

Das kann noch nicht abgeschätzt werden. Zunächst muss – so die einhellige Meinung aller Experten – abgewartet werden, wie die Ergebnisse der neuen Messungen sind.

Zwar bescheinigt das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung dem Stoff, dass von ihm „akute oder chronische Gesundheitsgefahren“ ausgehen. Doch hängt dies entscheidend davon ab, wo und in welcher Menge das nach Mottenpulver und Teer riechende Naphthalin gefunden wurde. Die neuen Messergebnisse sollen voraussichtlich Ende der Woche vorliegen.

3. Wie reagiert die Volkshochschule?

Sie hat bereits am Wochenende doppelgleisig geplant. Alle für die Osterferien im VHS-Haus konzipierten Kurse finden nunmehr an anderen Standorten statt. Die Verantwortlichen erarbeiten gerade parallel den „Plan B“. Sprich: Standortsuche für alle Kurse im laufenden Semester. Das Team ist behelfsmäßig im Rathaus, Raum B 330, unterbracht. Es kann jedoch nicht auf alle Daten und Dokumente zurückgreifen. VHS-Chef Achim Puhl: „Das ist erdrückend viel Arbeit, weil ja auch der Umzug ansteht. Eigentlich müssten wir derzeit schon für das neue Semester planen.“

4. Gab es schon vergleichbare Fälle?

Die Josefschule ist nicht die erste Schule in der Region, die von einer Naphthalin-Belastung betroffen ist. Ähnlich erging es der Regenbogenschule Hemer, in der 2010 erhöhte Phenol- und Naphthalinwerte festgestellt worden waren. Die Schule war damals gerade von Menden auf das ehemalige Kasernengelände in Hemer umgezogen.

Als Grund für die erhöhten Werte waren im Fußbodenaufbau verwendete, teerhaltige Dichtungsmaterialien ausgemacht worden. Die waren offenbar Ende der 30er Jahre verbaut worden. Das Gebäude wurde sofort geschlossen, und die Schule zog für mehr als ein Jahr in ein anderes Domizil in Iserlohn um.

 
 

EURE FAVORITEN