Fleige-Kritik an Moschee-Kritikern

Michael Koch
Bürgermeister Volker Fiiege stellte sich den Fragen der Schüler des Kaufmännischen Berufskollegs. Foto: Michael Koch
Bürgermeister Volker Fiiege stellte sich den Fragen der Schüler des Kaufmännischen Berufskollegs. Foto: Michael Koch
Foto: WP

Menden.  In der dritten Woche hintereinander hat Bürgermeister Volker Fleige eine Mendener Schule besucht. Am Mittwoch war das Kaufmännische Berufskolleg an der Reihe. Die Fragen der dortigen Oberstufenschüler waren vielfältig – und Fleiges Antworten deutlich. Ob zur Moschee oder zur Gesamtschule.

Rathausplatz, Moschee oder demografischer Wandel: Dass ihr Interesse breit gefächert ist, machten die Schüler gestern Vormittag deutlich. So brachten sie Fleige zu Positionierungen. Einige Beispiele:


Bahnhof/Nordwall/Bürgersaal: Der Bürgermeister ist sich sicher: Wenn die Einzelhandelsprojekte am Bahnhof und am Parkhaus Nordwall verwirklicht würden, dann würden zwei neue attraktive Quartiere entstehen, die automatisch positiven Druck auf andere Bereiche in der Innenstadt ausüben würden. „Dann werden sich andere Händler und Immobilienbesitzer der Frage der Konkurrenzfähigkeit stellen müssen.“ Die Stadt müsse mithelfen, dass die Besucher vom Bahnhof auch in die Innenstadt kämen. „Dazu müssen wir den Bürgersaal am Neuen Rathaus einer andere Nutzung zuführen und dort Handel unterbringen.“

Moschee: Was er von den angekündigten Anwohner-Klagen gegen die Moschee an der Fingerhutsmühle halte, wurde der Bürgermeister gefragt. Fleige deutlich: Baurechtlich spreche nichts gegen die Moschee. Zudem: „Teilweise wird die Moschee in einer Form beklagt, wo ich sage: Das tut man nicht. Da wird in die unterste Schublade gegriffen.“ Man wolle sich als Stadt ja gerne mit objektiver Kritik auseinandersetzen: „Aber objektive Kritikpunkte liegen uns nicht vor.“ Der Stadt stehe es nicht zu, die religiöse Ausrichtung zu prüfen.

Gesamtschul-Klasse auf Mendener Boden?

Gesamtschule: Bürgermeister Fleige sieht die Einrichtung einer Gesamtschule parallel zur geplante Gemeinschaftsschule in Lendringsen skeptisch: „Wir sollten uns auf eine neue Schulform konzentrieren.“ Ansonsten würden die Eltern verwirrt. Zu einer gemeinsamen Schulpolitik mit Fröndenberg, wo mehr Mendener Schüler zur dortigen Gesamtschule gehen wollen, als angenommen werden können, zeigt sich Fleige wegen bevorstehender Gespräche bedeckt. Er ließ aber durchblicken, dass in Fröndenberg an eine Übergangslösung gedacht werde. Für ein Jahr könnte eine Gesamtschul-Klasse auf Mendener Boden eingerichtet werden, um die akute Überbelegung handhaben zu können. Danach gebe es mit der neuen Gemeinschaftsschule Lendringsen ab 2012 eine Alternative.

Thilo Sarrazin: Was er denn vom Mendener Auftritt des umstrittenen Autors Thilo Sarrazin auf der Wilhelmshöhe halte, wurde Fleige gefragt. Sarrazins Thesen, so Fleige, seien verheerend. „Ich habe ihn nicht gerne in den Mauern der Stadt gesehen. Aber er hat das Recht, seine Meinung zu äußern.“