Feuerwehr fürchtet Wallasch-Weggang

Verhältnis zerrüttet? Feuerwehr-Chefin Sylvia Wallasch und Bürgermeister Volker Fleige, hier bei der Übergabe eines Fahrzeugs im Juni 2013.
Verhältnis zerrüttet? Feuerwehr-Chefin Sylvia Wallasch und Bürgermeister Volker Fleige, hier bei der Übergabe eines Fahrzeugs im Juni 2013.
Foto: WP

Menden..  Der Ton wird schärfer. Nachdem die Freiwillige Feuerwehr jede Diskussion mit der Verwaltungsspitze über eine Berufsfeuerwehr ablehnt, wirft Beigeordneter Sebastian Arlt der Wehr nun Illoyalität vor.

Die Freiwillige Feuerwehr Menden fürchtet nämlich, dass sich ihre kommissarische Leiterin Sylvia Wallasch nach einer anderen Stelle umsieht. „Sie wird gehen, wenn die Verwaltung ihr die Teilnahme am B6-Lehrgang weiter verweigert“, sagt Christian Bongard, kommissarischer stellvertretender Wehrführer. In einem dreiseitigen Schreiben fordert er Bürgermeister Volker Fleige nun auf, Stellung zu beziehen zur Zukunft der Wehrführung sowie zum Verhältnis zum Führungskreis und zur gesamten Freiwilligen Feuerwehr Menden. Das Schreiben ist in einen großen Verteiler gegangen.

Lehrgang „in Aussicht gestellt“

Sylvia Wallaschs Stelle ist im Stellenplan als A 14-Stelle ausgewiesen. Um eine entsprechende Besoldung zu erlangen, fehlt der Wachenleiterin allerdings noch der so genannte B6-Lehrgang, der etwa ein Jahr dauert. Die Teilnahme am Lehrgang wurde ihr von der Verwaltung zwar nicht genehmigt, wohl aber „in Aussicht gestellt“, wie Beigeordneter Sebastian Arlt auf Anfrage bestätigt. Konkreter äußert sich Arlt dazu nicht, wohl aber Christian Bongard, der schreibt: „Einer erneuten Anfrage mit der Bitte um Teilnahme am B6-Lehrgang ab April 2014 wurde seitens des Verwaltungsvorstandes nicht zugestimmt.“ Und zwar, so Bongard, mit der Begründung, dass der Nachfolger von Manfred Seithe im Amt des stellvertretenden Wachenleiters, der zum 1. September seine Stelle antreten solle, eingearbeitet werden müsse. Das, so Bongard, sorge bei Wallasch, zu der die Kameraden ein außerordentlich gutes Verhältnis hätten, verständlicherweise für Unmut.

Darüber hinaus gebe es Schwierigkeiten, was die Arbeitszeiten angehe. Wallasch ist hauptamtliche Wachenleiterin und ehrenamtliche kommissarischer Wehrführerin. „Das ist mit zusätzlichem Zeitaufwand verbunden“, sagt Bongard. Doch für die hier anfallenden Stunden erhalte sie weder die bei Ehrenamtlichen übliche Aufwandsentschädigung, noch eine Überstunden-Vergütung. Bongard: „Es ist also möglich, dass sie sich nach einer anderen Stelle umsieht, wo sie bei weniger Verantwortung und geregelteren Zeiten die gleiche Besoldung erreicht.“

Beigeordneter Sebastian Arlt hat zu dem Schreiben, das an den Führungskreis der Feuerwehr, die Ratsfraktionen, ÖSO-Ausschussmitglieder, Personalrat, Kreisbrandmeister, und die Verwaltungsspitze als Kopie geschickt wurde und so an die Öffentlichkeit gelangte, eine klare Meinung: „Es ist en Ausdruck von Illoyalität, dienstrechtliche Belange nach außen zu tragen. Das sollte intern geregelt werden. Wenn interne Diskussionen öffentlich geführt werden, kommt niemand ohne ein blaues Auge davon.“

Die WP hat Feuerwehrchefin Sylvia Wallasch in ihrem Urlaub erreicht. Zur Sache möchte sie sich allerdings nicht äußern.

 
 

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