Festvortrag für „beste Sterngucker“ im Kreis

Menden..  Zu einer Feierstunde zum 50-jährigen Bestehen der Vereinigung der Sternfreunde Menden am Mittwochabend im Alten Ratssaal kam hoher Besuch: Thomas Gemke, der Landrat des Märkischen Kreises, Bürgermeister Volker Fleige und der hochkarätige Wissenschaftler Prof. Dr. Ralf-Jürgen Dettmar, Inhaber des Lehrstuhls für Astronomie an der Ruhruniversität Bochum. Auch die Sternfreunde und Interessierte waren zahlreich erschienen.

„Sie sind die einzigen und daher auch die besten Sterngucker im Märkischen Kreis“, lobte Gemke die Sternfreunde.

Bürgermeister Volker Fleige begann sein Grußwort mit „einem Geständnis eigener Unzulänglichkeit“. Er fuhr dann fort: „Du kannst einem Menschen, dem das Wort Spiralnebel fremd ist, nicht erklären, dass die Milchstraße einer ist.“ Er kenne allerdings den Unterschied zwischen Astronomen und Astrologen: „So viel die Astronomen durch Berechnungen feststellen, so viel lügen die Astrologen.“ Prof. Dr. Ralf-Jürgen Dettmar hielt dann einen Vortrag über „Astronomie als kultureller Beitrag in der technischen Gesellschaft“. Er ist ein ehemaliger Schüler des Walram-Gymnasiums, Abschlussjahrgang 1974, und ehemaliges Mitglied der Sternfreunde Menden.

Von historischer Bedeutung

Als Jugendlicher hatte er sich schon sehr für die Astronomie interessiert und fand damals bei den Sternfreunden Menschen, die ihn förderten und über Jahre begleiteten. „Besonders Dr. Middelmann, dem damaligen Leiter des Walram-Gymnasiums, bin ich noch heute dankbar, denn er gab mir das Fernrohr aus der Physiksammlung mit nach Hause“, erinnerte sich der Wissenschaftler der Ruhr-Uni.

„95 Prozent der Welt haben wir noch nicht verstanden“, sagt Professor Dettmar und warb für die Wissenschaft. Deshalb sei ein Physikstudium lohnenswert und biete auch in der Zukunft große Chancen für eine berufliche Karriere. „Physiker haben immer einen Job.“

Auch eine historische Bedeutung habe die Astronomie, denn schon immer war das Streben nach möglichst präziser Zeitmessung von größter Wichtigkeit, zum Beispiel für die Seefahrt: „Nur wer genau navigieren konnte, konnte die Meere überqueren!“

Besonders beeindruckt hat den Wissenschaftler sein Aufenthalt in den USA, als er beim Betreiberinstitut des Weltraumteleskops Hubble in Baltimore mitarbeitete, da er während der ersten Space-Shuttle-Reparaturmissionen an Besprechungen teilnehmen konnte.

Der erste Vorsitzende des Vereins, Valentin Dinus, gab einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Sternfreunde. Norbert Kirchhoff, Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender, trug am Ende ein selbst verfasstes Gedicht vor.

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