Fahrradhelm kann Leben retten

Fahrradunfall. Der Unfall der beiden Radtouristen am Freitag kann - wieder einmal - als Beleg für die Schutzwirkung des Fahrradhelms dienen. Der Unfallhergang ist ein „Klassiker“, der sich so immer wieder ereignet: Kollision zweier Radfahrer und Sturz. Abseits der Schuldfrage bleibt die Erkenntnis, dass in solchen Situationen eine hohe kinetische Energie frei wird (Vordergabelbruch). Dazu wird auch der Rückenwind der letzten Tage auf dem Ruhrtal-Radweg beigetragen haben, der Reisegeschwindigkeiten zwischen 25 und 30 km/h erlaubte, auch auf konventionellen Tourenrädern.

In den Folgen des Unfalls vom Freitag zeigt sich fast modellhaft, dass Helme zwar keine Unfälle verhindern können, aber die Folgen fast immer abmildern. Nach Erkenntnissen unterschiedlicher Institutionen (DVR, Verkehrswacht, Polizei und Versicherungswirtschaft) werden rund 80 Prozent aller Todesfälle bei Radfahrern durch Kopfverletzungen herbeigeführt, die durch das Tragen eines Helmes wahrscheinlich hätten vermieden werden können. Daran ändert auch die irrationale Hetzkampagne gegen jede Form der Eigensicherung nichts, die sich derzeit in den sozialen Netzwerken austobt.

Der ADFC empfiehlt jedenfalls den Fahrradhelm, spricht sich jedoch gegen eine generelle Helmpflicht aus. Erfahrungen im Ausland haben gezeigt, dass Helmpflicht viele Menschen vom Fahrradfahren und seinen gesundheitlichen Nutzeffekten abhält.

Dem Siegburger ist Genesung und die Erkenntnis zu wünschen, dass ein Fehler nicht wiederholt werden sollte.