Fahrradclub stellt Antrag für die City

Thomas Hagemann

Menden.  Die Grünen hatten es schon angemahnt, jetzt wird’s ernst mit dem Radfahren in der Fußgängerzone: Die neue Ortsgruppe Menden des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC kündigte gegenüber der WP jetzt zwei Bürgeranträge an. Ganztägig soll laut den Entwürfen die Fußgängerzone auch Radlern offenstehen, wobei Fußgänger, Radfahrer und Lieferverkehr Rücksicht aufeinander nehmen müssten.

Im zweiten Antrag geht es um Fahrrad-Stellplätze mit Bügeln. Sie sollen auf der Hauptstraße im Bereich der Kinderlok und an der Einmündung Bahnhofstraße, auf dem Neumarkt, vor der Bücherei und im bald verkehrsberuhigten Übergang von der Hauptstraße zur Unnaer Straße aufgebaut werden. Zudem soll es in der City mehrere Ladestationen für die Akkus von Elektrofahrrädern geben.

„Wir wollen in Menden künftig stärker auf die Belange von Radfahrern aufmerksam machen, weil es hier kaum ein Bewusstsein dafür gibt“, erklärten jetzt die ADFC-Vertreter Dr. Günther Reichle, Dr. Olaf Geerds und Günter Waschke. Dazu zähle der Gesundheitsaspekt ebenso wie die Belebung der Innenstadt durch Radfahrer, die immerhin auch Kunden sein können.

Angefangen werde mit einem Info-Stand des ADFC am Samstag vorm Alten Rathaus. Reichle: „Weil dann Menden à la Carte stattfindet, mussten wir neben der Genehmigung der Stadt auch das Einverständnis des Initiativkreises Mendener Wirtschaft einholen. Wir haben beides bekommen.“

Unterschriftensammlung

Die Aktiven des ADFC wollen an ihrem Stand mehrere Ziele erreichen: „Wir wollen mit den Bürgern über eine fahrradfreundliche Stadt reden und haben Unterschriftenlisten zur Unterstützung der Bürgeranträge vorbereitet“, berichtet Olaf Geerds. Die Rad-Aktivisten rechnen auch mit Gegenwind, „aber dem stellen wir uns gerne“. Zumal die Ortsgruppe auch neue Mitglieder vertragen könne. Geerds: „Wer Lust hat, sich auch politisch für das Radfahren in Menden einzusetzen, der ist bei uns richtig.“

Menden sei von seinen Nachbarstädten auch bei der Infrastruktur für Radfahrer längst überholt worden. Nicht nur, dass es kaum noch Fußgängerzonen gebe, die wie hier 24 Stunden auf voller Länge tabu sind. „Die Sicherheitsbedenken, die immer wieder zu hören sind, haben wir in einer Umfrage in der Umgebung nachgeprüft“, berichtet Reichle. Ergebnis: Ob Iserlohn, Hagen, Schwerte, Unna, Wickede, Hamm, Kamen oder Bergkamen, nirgends habe die Polizei mehr Unfällen durch Radfahrer registriert. Zudem will der ADFC bessere Wege und Schilder einfordern.