Fachmärkte sollen Fußgängerzone nicht schaden

Planskizze des Einkaufszentrums am Bahnhof von List & Wilbers.
Planskizze des Einkaufszentrums am Bahnhof von List & Wilbers.
Foto: WP

Menden.. Seit am Donnerstag im Bauausschuss die Pläne für ein Wohn- und Möbelzentrum auf dem Evidal-Gelände vorgestellt wurden, ist klar, dass der Mendener Einzelhandel innerhalb kurzer Zeit um gleich drei Großprojekte wachsen soll. Die Politik signalisiert auch für die neue Konstellation grundsätzliche Zustimmung. Sie fordert aber weiterhin eine gründliche Abstimmung der Sortimente.

„Ich spüre eine große Begeisterung für die Evidal-Pläne“, berichtete Martin Wächter, Fraktionschef der CDU, gestern über die ersten Reaktionen, die er von Mendenern zu den angekündigten Wohn- und Möbelmärkten bekommen hatte. Die Fraktionsspitzen des Rats hatten bereits mehrere Tage vor dem Bauausschuss die Entwürfe gesehen und damit Zeit, die Pläne zu bewerten. Da das Möbelzentrum keine negativen Folgen für die anderen Projekte und für die Innenstadt haben soll, fiel es der Politik leicht, mit breiter Mehrheit die Investoren zur Fortführung der Pläne zu ermuntern. Wächter selbst bezeichnet die Evidal-Pläne als „innenstadtverträglich“.

Die vom Investor List & Wilbers beantragte Vergrößerung des Drogeriemarktes am Bahnhof erntet schon eher Widerspruch aus der Politik. Vor allem die FDP warnt davor, dass die gewünschte Änderung des Bebauungsplanes eine Kettenreaktion in Gang setzen könnte, welche der Fußgängerzone schadet. Bahnhofsinvestor Gerhard List will bekanntlich einen größeren Drogeriemarkt bauen, als bisher genehmigt, damit nach dem Rückzug der Ihr-Platz-Kette der Bahnhof für Rossmann oder dm attraktiv wird. Falls der Stadtrat die Erweiterung genehmigt, ist es ziemlich egal, welche Drogeriekette am Ende den Zuschlag erhält – die entsprechende Filiale in der Hauptstraße würde List zufolge dann geschlossen. Zusätzlich zur ohnehin schon brach liegenden früheren Ihr-Platz-Filiale und diversen anderen Ladenlokalen droht ein weiterer Leerstand.

Angesichts dieser Situation warnt FDP-Fraktionschef Stefan Weige davor, dass die Fußgängerzone ins Hintertreffen gerät. „Unser Ziel muss sein, durch die Einkaufszentren Nordwall und Bahnhof auch Kunden in die Fußgängerzone zu bekommen“, sagt er. Falls die Flächenerweiterung der Bahnhofs-Drogerie negative Konsequenzen für die Fußgängerzone habe, „sehen wir das kritisch“. Auch die CDU wolle „aufpassen, dass kein Standort ausblutet“, wie Martin Wächter es formuliert.

Weige und Wächter fordern unisono, dass die Investoren ihre Sortimente am Bahnhof und am Nordwall weiter so gut aufeinander abstimmen, wie bisher. Inwieweit der potenzielle Umzug von Rossmann oder dm zwischen dem Bahnhofsinvestor List & Wilbers einerseits und dem Nordwall-Investor ITG abgesprochen wurde, ist noch unklar. Helmut Berends von der ITG lehnte eine Stellungnahme zur Erweiterung der Bahnhofsdrogerie ab, bis die ITG nähere Einzelheiten kenne.

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