Erster Gründerpreis-Gewinner bekommt Gratis-Büro

Ralf Bröcker und seine Angestellte Silvia Germowitz haben sich auf 30 Quadratmetern eingerichtet.
Ralf Bröcker und seine Angestellte Silvia Germowitz haben sich auf 30 Quadratmetern eingerichtet.
Foto: Arne Poll

Menden.  Hell und freundlich ist das Büro geworden. Ralf Bröcker und seine Angestellte Silvia Germowitz haben sich auf 30 Quadratmetern eingerichtet. Aus dem Raum im Mendener Technologie- und Gründerzentrum an der Franz-Kissing-Straße steuern sie ihren Vertrieb für Verpackungsmaterial. Die Besonderheit: Ralf Bröcker muss als Gewinner des ersten Mendener Gründerpreises für das Büro noch nicht einmal etwas zahlen.

Die Jury war überzeugt: Das Geschäftskonzept hat Erfolgsaussichten. Dabei ist der 47-Jährige alles andere als einer dieser hippen Start-Up-Unternehmer. Er hatte 25 Jahre Erfahrung in der Branche, machte sich dann noch einmal alleine selbstständig. Was Bröcker verkauft, ist nicht sexy, sondern sinnvoll. Er bringt Verpackungsmaterial an den Mann, Stahlbänder und Kunststoffe. Kürzlich entdeckte er noch einen Markt für Putzlappen.

„Hippe Ideen sind manchmal nicht überlebensfähig“, sagt Wirtschaftsförderer Stefan Sommer (WSG Menden). Ralf Bröcker sei mit seiner Idee deshalb sogar eher typisch für einen erfolgreichen Gründer. Er habe eine gute und klar formulierte Bewerbung abgeliefert. Das sei bei vielen jungen Gründern nicht der Fall. Wer sich selbstständig machen will, der solle sich vorher genau überlegen, was er für Ziele hat und wie diese zu erreichen sind.

Jury hält Konzept für stimmig

„Der Businessplan von Ralf Bröcker ist ausgewogen“, urteilt auch Existenzgründungsberaterin Bettina Michutta vom Startercenter der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer. Die Jury hielt in ihrem Urteil fest: „Das Konzept ist absolut stimmig und die Erfolgsaussichten werden von allen Jurymitgliedern gesehen.“

Ralf Bröcker bekommt von der WSG das Büro mit Mietkosten im Wert von 3000 Euro gestellt. Er muss nur die Nebenkosten tragen. Dazu gibt es eine Büromöbel-Erstausstattung im Wert von 1000 Euro. Papenbusch Media stiftet ein Logo, Briefpapier und Visitenkarten im Wert von etwa 1000 Euro. Die Jury macht keinen Hehl daraus, dass es trotz des attraktiven und wertvollen Preises „nur einige wenige Bewerbungen“ um den ersten Mendener Gründerpreis gab. „In Zeiten, in denen es wirtschaftlich gut läuft, tragen sich weniger Leute mit dem Gedanken der Selbstständigkeit“, sagt Stefan Sommer. Er setzt auf die neuen Gründerseminare, um den Mut zum Schritt in die Selbstständigkeit fördern. Es gebe einige vielversprechende Ideen in den Gruppen. Dann soll es auch beim zweiten Gründerpreis ein paar mehr Bewerbungen geben.

 
 

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