Erst die zweite Wehrchefin in ganz NRW

Menden.. Sie wird erst die zweite Frau auf diesem Posten in ganz Nordrhein-Westfalen sein: Sylvia Wallasch aus Solingen soll nach dem Willen einer Auswahlkommission neue Chefin der Mendener Feuerwehr werden. Und zwar mit einem Aufgabengebiet, wie es ihre männlichen Vorgänger nicht hatten. Die 37-Jährige soll in Personalunion sowohl die hauptamtliche Feuer- und Rettungswache leiten als auch die rund 230 ehrenamtlichen Feuerwehrleute führen – und damit die gleichzeitige Nachfolge von Werner Bartmann und Siegfried Arndt antreten. Mit Sabine Voss in Dormagen gibt es bislang nur eine Frau in NRW auf einem vergleichbaren Posten.

Sylvia Wallasch selbst wollte gestern noch nichts sagen, als die WESTFALENPOST sie nach ihrem Dienstschluss bei der Berufsfeuerwehr Duisburg erreichte: Der Mendener Personalrat müsse doch erst noch seinen Segen geben. Solange werde sie sich nicht äußern. Was man aber bislang von ihr weiß: Sie wohnt in Solingen-Gräfrath, ist dort in der CDU aktiv ist und studierte Sicherheitsingenieurin . Derzeit arbeitet sie bei der Berufsfeuerwehr Duisburg als Sachbearbeiterin für die Aus- und Weiterbildung und ist stellvertretende Wachvorsteherin. Bei der Love-Parade-Katastrophe vor zwei Jahren war sie im Einsatz.

Am kommenden Montag wird sie sich nach WP-Informationen der hauptamtlichen Wache und den Führungskräften der ehrenamtlichen Feuerwehr vorstellen. Im Laufe der Woche soll dann der Personalrat sein Votum abgeben.

Wie werden die Mendener Feuerwehrleute eine Frau als Chefin aufnehmen? Bislang gab es in Menden noch keine hauptamtliche Feuerwehrfrau, bei den ehrenamtlichen gibt es rund ein Dutzend weibliche Aktive. Der kommissarische Leiter der Mendener Gesamtwehr, Winfried Schulte, sieht das Ganze gelassen: „Entscheidend ist die fachliche Qualifikation. Es muss eine kompetente Führungskraft sein – egal ob Mann oder Frau.“ Schulte glaubt auch nicht, dass es große Vorbehalte innerhalb der Wehr gibt: „Wir haben in den Löschzügen doch längst aktive Frauen.“

Unmut gab es allerdings sowohl beim Personalrat als auch bei der Feuerwehr, dass die Stadtverwaltung die Entscheidung – wenn auch ohne Namensnennung – verkündet hatte, obwohl der Personalrat noch gar nicht zugestimmt hatte. Der Personalratsvorsitzende Rolf Heidenreich zur WP: „Ich habe mich beim Bürgermeister darüber beschwert.“

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