Erfinder Hugo Haase war der „Vater der Achterbahn“

Menden..  Das war der entscheidende Passus. Ich fand ihn in der Westfalenpost-Ausgabe vom 2.6.1960. Kirmes auf dem Alemannen-Platz: „Im Mittelpunkt des Kirmesgeschehens steht zweifelslos die Achterbahn: Hugo Haase schickt zu Pfingsten erfreulicherweise an Stelle des kleinen das große Modell in die Hönnestadt…“

Endlich ein Fingerzeig. Der Schausteller-Betrieb des legendären Hugo Haase (1857-1933), der als „Vater der Achterbahn“ gilt, dessen Ideen um 1900 die Vergnügungsindustrie revolutionierte! Noch 80 Jahre nach seinem Tod überschlagen sich die Zeitungen vor Anerkennung. Haase erfand die erste transportable Wasserbahn und die „Figur-8-Bahn“, die erste Achterbahn der Welt. Er galt vor dem 1. Weltkrieg als Karussellkönig und größter Schausteller aller Zeiten, war mit 25 verschiedenen Fahrgeschäften unterwegs. Seine Attraktionen, so heißt es auch bei Wikipedia, standen in vielen Ländern Europas, auch in Amerika. Sein dreischeibiges Stufenkarussell „El Dorado“ stand 1910 im New Yorker Vergnügungspark Coney Island und 1970 auf der Weltausstellung in Osaka, heute in einem Vergnügungspark in Tokio.

Und solch ein Mann, möchte man staunen, bestückte in den 50er Jahren und Anfang der 60er mit seinen Achterbahnen die Mendener Pfingstkirmes. Erst auf Battenfeldswiese, dann auf dem Alemannen-Platz und einmal auch an der Unnaer Straße.

Dank an Rainer Schulz

Rainer Schulz aus Werne an der Lippe ist nicht nur ehemaliger Sparkassen-Mann, sondern auch Mitarbeiter der bundesweiten Schausteller-Zeitung „Der Komet“ und hat neben seinem Sim-Jü-Verlag auch ein riesiges Schausteller-Archiv. Sim-Jü ist eine Innenstadtkirmes in Werne ähnlich der Pfingstkirmes in Menden. Er zauberte ein Bild der Haase-Achterbahn, wie sie in Menden gestanden hat, aus dem Hut. Nun hat meine Sucherei ein Ende und die Achterbahn ein Gesicht.

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