Eine Bücherei in vier Sprachen

Menden..  Vielsprachigkeit war am Dienstagmittag in der Stadtbücherei gefragt, als die Leiterin Veronika Czerwinski den Flüchtlings-Sprachkurs von Gabriele Schulte-Kurteshi aus dem benachbarten Jugendzentrum am Kirchplatz willkommen hieß. Die jungen Leute werden von ihrer früheren, jüngst pensionierten Schulleiterin am Rahel-Varnhagen-Kolleg in den Ferien weiter unterrichtet, „damit sie nichts verlernen und stattdessen weiterkommen“, wie Schulte-Kurteshi am Rande der Führung erklärte. Die übernahm Veronika Czerwinski, die ihre Einrichtung, deren Möglichkeiten, die Gebühren und die für jedermann zu beachtenden Regeln der Ausleihe auf Deutsch und Englisch vermittelte. Gabriele Schulte-Kurteshi assistierte, indem sie auf Französisch und Arabisch übersetzte.

Ort des Lesens und Lernens

Die Flüchtlinge erfuhren, dass sie in Menden willkommen und eingeladen seien, die Bücherei als Ort des Lesens und Lernens, aber auch als Begegnungsstätte im Herzen der Stadt zu nutzen wie jeder andere Mendener auch. Im Alten Ratssaal folgte eine kurze Lektion in Mendener Heimatgeschichte, Czerwinski und Schulte erläuterten aber auch, dass der historische Raum heute gerne für Vorträge und Lesungen, Musikschulvorspiele und nicht zuletzt für Jaworte von Hochzeitspaaren gebucht wird. In Kürze werde hier auch eine Podiumsdiskussion der fünf Bürgermeisterkandidaten stattfinden.

Da die jungen Leute aus aller Welt kommen, meist erst seit kurzer Zeit in Menden sind und bei allem Lernwillen die deutsche Sprache noch nicht beherrschen können, war für sie auch die Möglichkeit der Ausleihe von Büchern und sonstigen Medien in ihren Muttersprachen bedeutsam. Hier erklärte Veronika Czerwinski, dass es die Möglichkeit von Fernleihen gebe. Die Bücherei könne aus Universitätsbibliotheken auch arabische Literatur nach Menden holen.

Zwölf Euro Gebühr im Jahr

„Wir haben uns den Anspruch gegeben, Flüchtlingen im Rahmen unserer Willkommenskultur alles zu ermöglichen, was auch wir als einheimische Mendener Bürger nutzen können“, erläuterte der Integrationsbeauftragte Rüdiger Midasch. Von Information und Kommunikation dürfe niemand abgeschnitten werden. Daher sei Schulte-Kurteshis Idee einer Führung durch die Stadtbücherei ausgezeichnet – ausdrücklich auch inklusive der ermäßigten Gebührenzahlung, denn auch die müsse letztlich für alle Mendener gleich sein. „Was nichts kostet, das ist vielen auch nichts wert“, sagte die Pädagogin dazu.

Flüchtlinge, die Büchereiausweise beantragen, zahlen zwölf Euro im Jahr. Fernleihen sind bedeutend teurer: vier Euro pro Exemplar sind dafür auf den Tisch zu legen.

 
 

EURE FAVORITEN