Einbrecher verwüsten Kirche in Menden wegen 2,20 Euro

Die Kirchentür ist beschädigt. Auch andere Türen müssen ausgetauscht werden.
Die Kirchentür ist beschädigt. Auch andere Türen müssen ausgetauscht werden.
Foto: WP
  • 10.000 Euro Sachschaden in Kirche „Maria Königin des Friedens“ in Oberrödinghausen
  • Nur 2,20 Euro Beute aus Sammeldose für Blumenschmuck
  • Polizei geht nicht von Bande aus, die es auf Kunst abgesehen hatte

Oberrödinghausen. Die Kirchentür ist zersplittert. Opferstöcke sind aufgebrochen. Der Schaden an der Kirche „Maria Königin des Friedens“ in Oberrödinghausen ist enorm. Die Kirchengemeinde schätzt, dass die Reparaturen mindestens 10 000 Euro kosten. Die Beute der Einbrecher ist dagegen äußerst überschaubar. Sie nahmen 2,20 Euro aus der Spendendose für den Blumenschmuck mit.

Messgewänder auf dem Boden

„Ich habe sechseinhalb Stunden gebraucht, um grob Ordnung zu machen“, sagt der Küster, der sicherheitshalber seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Die Gemeindeverantwortlichen entdeckten die Schäden am Mittwochmorgen. Laut Polizei kann sich der Einbruch irgendwann im Zeitraum von Montag, 17 Uhr, bis Mittwoch, 9.15 Uhr, ereignet haben.

Die Liste der Schäden ist lang. Erst versuchten sich die Täter an der Eingangstür, die nach früheren Einbruchsversuchen, extra gesichert ist. Weil sie dort scheiterten, machten sie am Seitenfenster weiter. Dort zerstörten sie eine wertvolle Bleikristall-Scheibe. „Alleine hier kostet die Reparatur 4000 Euro“, erklärt der Küster.

Durch die Kirche zieht sich eine Spur der Zerstörung. Die Opferstöcke mit Spenden für Infomaterial und Kerzen sind aufgebogen. Geld wäre hier ohnehin nicht zu holen gewesen. „Ich leere die Opferstöcke immer nach den Gottesdiensten“, sagt der Küster. Er muss jetzt Kerzenwachs-Spuren vom Kirchenboden entfernen. Die Täter leuchteten sich so den Weg aus.

Rahmen aus der Wand gebrochen

Auch die Tür zu der Sakristei ist hinüber, der Rahmen zum Teil aus der Wand gebrochen. Fußspuren deuten darauf hin, dass die Täter versuchten, die Tür mit massiver Gewalt aus der Wand zu treten. In der Sakristei rissen die Täter alles aus den Schränken. Messgewänder lagen verstreut auf dem Boden. Die Einbrecher versuchten den fest eingegossenen und eingemauerten Tresor aus der Wand zu kratzen. „Die waren nur auf Geld aus“, sagt der Küster. Die Technik für die Mikrofonanlage ließen die Täter zurück. Einzige Beute blieben dann jene 2,20 Euro aus einer Dose. Damit finanziert die Gemeinde den Blumenschmuck vor dem Altar. Meist reichen die Spenden noch nicht einmal dafür.

„Wir sind noch ziemlich am Anfang der Ermittlungen“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Klein. Die Ermittler gehen davon aus, dass mehrere Täter in der Kirche unterwegs waren. Darauf deuten die Spuren hin. Auch die Polizei geht davon aus, dass es die Einbrecher vor allem auf Münzgeld abgesehen hatten. „Es waren keine Täter, die es auf Kirchenkunst abgesehen hatten.“ Die Ermittler hoffen, wegen der umfangreichen Spurenlage auf einen Fahndungserfolg. „Wir hoffen auch auf Hinweise.“

Die Gemeinde will jetzt weitere Sicherungsmaßnahmen ergreifen. Details müssen mit dem Bistum Paderborn abgesprochen werden. Der Küster zeigt sich froh, dass wenigstens keine christlichen Symbole geschändet wurden. „Den Weihwasserbehälter haben sie vorsichtig beiseite geschoben.“